Der Papst in einer weißen Designer-Daunenjacke. Donald Trump bei einer angeblichen Verhaftung. Beide Bilder gingen um die Welt und beide waren nicht echt. Sogenannte Deepfakes, die mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt werden, sind längst kein Kuriosum mehr. Eine Studie der Universität Leipzig zeigt nun: Mit ihrer Verbreitung wächst auch das Misstrauen gegenüber echten Bildern und Videos.
Forschende der Universität Leipzig haben im Sommer 2025 rund 1.300 Internetnutzer in Deutschland befragt. 2022 gaben noch gut drei Viertel der Befragten an, noch nie bewusst einen Deepfake gesehen zu haben. Bei der Befragung im vergangenen Jahr waren es nur noch rund 27 Prozent. Gefälschten Inhalten begegnen Nutzer vor allem auf Instagram, Facebook, YouTube und TikTok.
"Was lange als Kuriosität galt, ist heute Teil der normalen Mediennutzung", sagt Prof. Dr. Alexander Godulla, einer der beiden Projektleiter des "Deepfake-Projekts" am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Uni Leipzig.
Was jetzt hilft – und was nicht
Wer prüfen will, ob ein Bild oder Video gefälscht ist, sollte laut den Forschenden auf drei Dinge achten. Erstens das eigene Bauchgefühl hinterfragen: Inhalte, die das eigene Weltbild besonders stark bestätigen, verdienen einen zweiten Blick. Zweitens technische Details, etwa Übergänge zwischen Gesicht und Körper, Haaransätze oder fehlende Lichtreflexe in den Augen. Drittens die Quelle prüfen: Lässt sich das Bild oder Video zu einem Originaltext zurückverfolgen?
"Die verlässlichste Prüfung ist nicht das Hinsehen, sondern das Nachrecherchieren", sagt Hoffmann. Gesellschaftliche Stärke gegen Manipulation entstehe nicht durch blindes Misstrauen. Es brauche "intellektuelle Bescheidenheit – das Eingeständnis, dass auch ich mich täuschen kann". Und es brauche starke Institutionen. Glaubwürdigen Journalismus und Medienbildung, die früh ansetzt, gerade bei Kindern und Jugendlichen.
Die Herausforderung besteht künftig nicht nur darin, Fälschungen zu erkennen. Ebenso wichtig wird es sein, das Vertrauen in verlässliche Informationen zu erhalten.
Originalpublikation:
Bendahan Bitton, D., Godulla, A., & Hoffmann, C. P. (2026). Deepfakes und synthetische Medien in der (digitalen) Öffentlichkeit: Zwischen Wissensdefiziten, Risikowahrnehmung und Akzeptanz. Universität Leipzig.