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Warum der Lausitzer Lavendel so gut gedeiht

Von: DieSachsen News
Lavendel lockt gerade scharenweise Touristen in die Lausitz. Was im Jahr 2000 als Experiment begann, hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt - mit einer überraschenden Produktpalette.

Der Lavendel in der Lausitz gedeiht prächtig. Die Agrargenossenschaft See im ostsächsischen Niesky will die Anbaufläche dafür bis 2027 verdreifachen. Vor sechs Jahren startete der Landwirtschaftsbetrieb einen in Sachsen einmaligen Modellversuch mit den violett blühenden Pflanzen - nach eigenen Angaben auf zunächst rund 2,5 Hektar. «Das hat sich schön entwickelt - besser als am Anfang gedacht», sagte ihr Vorstandsvorsitzender Andreas Graf. An diesem Montag beginnt die diesjährige Ernte des Lausitzer Lavendel, der gerade in voller Blüte steht. 

Angesichts zunehmender Trockenheit hatte die Agrargenossenschaft nach Alternativen gesucht, die sich neben Getreide, Raps, Mais und Sonnenblumen in der Region kultivieren lassen. Die vier Lavendel-Sorten, die auf dem Feld im Nieskyer Ortsteil See wachsen, seien nach Winterhärte ausgewählt worden, sagte Graf. Das Experiment habe gezeigt, dass die Pflanzen auch Minusgrade und Schnee überstehen.

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Zahlreiche Produkte

Laut Graf sei aus den geernteten Blüten anfangs vorrangig Duftöl gewonnen worden. Das brachte 2022 einen Ertrag von 45 Kilogramm. Zuletzt lag die Ausbeute bei rund 20 Kilogramm Öl, weil die aromatischen Blüten inzwischen verstärkt in anderen Produkte verarbeitet werden. Die Agrargenossenschaft kooperiere dazu mit mehreren Partnern, die Lavendel für die Herstellung von Seife, festem Shampoo, Wurst, Käse, Eis, Schokolade oder Bier verwenden. Bislang laufe der Verkauf vor allem im eigenen Hofladen und über den Online-Shop, sagte Graf. Angeboten werden die Erzeugnisse jedoch auch andernorts, unter anderem in Görlitz und Bad Muskau. 

Nach Einschätzung des sächsischen Umweltministeriums sei es dem Unternehmen gelungen, Erzeugnisse unter dem Namen «Lausitzer Lavendel» bekannt zu machen und erfolgreich zu vermarkten. Der Freistaat hatte das Pilotprojekt zusammen mit der EU über drei Jahre gefördert. Die Nutzung neuer Kulturen könne helfen, unter veränderten klimatischen Bedingungen zu wirtschaften und das Risiko minimieren, wenn bei Extremwetter einzelne Sorten ausfallen, hieß es. In den zurückliegenden Jahren habe sich in Sachsen auch der Sojaanbau durch die Zulassung neuer, frühreifer Sorten etabliert. Anbauschwerpunkte liegen vor allem in klimatisch begünstigten Regionen wie Mittel- und Nordsachsen.

30.000 neue Pflanzen in diesem Jahr

Für die Agrargenossenschaft See ist Lavendel zu einem wichtigen Standbein geworden. Laut Graf wachsen die mehrjährigen Pflanzen derzeit auf etwa 1,5 Prozent der Flächen, die der Betrieb mit 29 Angestellten zwischen Hohendubrau und Rietschen bewirtschaftet. Bis 2027 soll der Anbau von Lavendel auf rund 7,5 Hektar ausgedehnt werden. Allein in diesem Jahr werden noch rund 30.000 neue Pflanzen gesteckt. 

Das Lavendelfeld in der Lausitz ist mittlerweile auch zum touristischen Magneten geworden, vor allem sobald sich ab Mitte Juni die ersten Blüten zeigen. Zunehmend kommen dann Besucher, um sich vor Ort ein eigenes Bild davon zu machen. «An den beiden vergangenen Wochenenden stand unser Hof voll mit Autos», beschreibt Graf den großen Andrang. Derzeit gebe es täglich bis zu zwei Führungen auf dem blühenden Feld.

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