In Sachsen könnten bis 2035 zehntausende Sozialwohnungen fehlen. Das geht aus einer Studie zum sozialen Wohnungsbau hervor, die am Vormittag in Berlin vorgestellt wurde. Der «Soziale Wohn-Monitor 2026», den das Pestel-Institut im Auftrag des Verbändebündnisses «Soziales Wohnen» erstellt hat, sieht für Sachsen einen Bedarf von rund 120.000 Sozialwohnungen in den kommenden neun Jahren, um den von den Autoren definierten Mindeststandard von 8,5 Prozent aller Mieterhaushalte zu erreichen. Diese Quote erreicht laut Studie aktuell allein Hamburg. In Sachsen liegt sie bei einem Prozent, einer der niedrigsten Werte bundesweit.
Pro Jahr 11.100 neue Sozialwohnungen in Sachsen nötig
Konkret müssten laut Studie jedes Jahr rund 11.100 neue Sozialwohnungen in Sachsen hinzukommen. Tatsächlich wurden in den vergangenen Jahren zwischen ein- und dreitausend geschaffen - noch weniger in den Coronajahren. Die Berechnungen des Pestel-Instituts basieren auf Daten der Statistischen Ämter. Demnach gelten etwa 13 Prozent der Menschen in Sachsen als armutsgefährdet. Die Einkommensgrenze für einen sogenannten Wohnberechtigungsschein (WBS), der zur Miete einer Sozialwohnung berechtigt, hat die Landesregierung zudem mit dem Jahreswechsel erhöht.
Wohnungsmangel verschärft sich bundesweit
Auftraggeber der Studie war das Bündnis Soziales Wohnen, ein Zusammenschluss des Deutschen Mieterbunds, der IG BAU, der Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau sowie anderer Organisationen. Das Bündnis fordert einen Bund-Länder-Pakt, insbesondere für den Bau von mehr Sozialwohnungen.