Blühende Streuobstwiesen sind in dieser Jahreszeit ein Augenschmaus. Lieferten sie einst heimisches Obst zur Versorgung der Bevölkerung und dienten als Weide fürs Vieh, sind viele dieser Biotope in den vergangenen Jahrzehnten verfallen oder aufgegeben worden. Streuobstwiesen gelten in Sachsen daher als «stark gefährdet bis gefährdet», Tendenz negativ, wie das Umweltministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Auf die Situation dieser Biotope und ihre Bedeutung für Mensch und Tier soll an diesem Freitag (30. April) europaweit mit dem ersten Tag der Streuobstwiese aufmerksam gemacht werden.
«Was Korallenriffe im Meer sind, sind Streuobstwiesen auf dem Land», erläuterte Veronika Leißner, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Nordwestsachsen in Eilenburg. «Sie sind wichtige Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen. Die Vielfalt auf so einer Wiese ist unglaublich groß.» So sind Totholz und natürliche Baumhöhlen auf solchen Wiesen wichtig für Vögel und Insekten. Darüber hinaus tragen sie zum Erhalt alter Obstsorten bei. Allein in ihrer Region seien bei Erhebungen mehr als 100 verschiedene Apfelsorten gefunden worden, berichtete Leißner.