Sachsens Bauern haben eine gute Getreideernte eingefahren, sorgen sich aber um den Absatz von Weizen und Roggen. Der Ertrag lag mit 68 Dezitonnen Getreide pro Hektar über dem Mittel der Vorjahre (plus 1,1 Dezitonnen), wie der Landesbauernverband am Freitag in Fraureuth (Landkreis Zwickau) mitteilte. Insgesamt wurden 2,5 Millionen Tonnen vom Feld geholt und damit mehr als im vergangenen Jahr - trotz geringerer Anbaufläche. Allerdings habe die Witterung zu Qualitätsverlusten geführt, so dass sich die Bauern mit Preisabschlägen konfrontiert sähen.
«Wir Landwirte gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dieser Ernte», sagte Bauernpräsident Torsten Krawczyk. Getrübt werde die Bilanz durch stark gestiegene Kosten für Kraftstoff, Saatgut und Dünger. Krawczyk sprach von der teuersten Ernte bisher. Zudem laufe der Absatz schleppend. «Die Ware wird nicht so abgerufen, wie wir das kennen.» Als Gründe wurden genannt, dass Getreide aus der Ukraine nach Europa drücke und dass Russland Getreide zu Dumpingpreisen exportiere - mit entsprechenden Folgen für die Nachfrage auf dem Weltmarkt.