Die Firmengründer der Waffenschmiede Heckler & Koch sind in Nazi-Zeiten einer Studie zufolge Mitläufer gewesen. «Edmund Heckler war ein Opportunist, der sich mit seinem Fachwissen in den Dienst der Kriegsvorbereitung und Kriegswirtschaft stellte», heißt es in der am Dienstag in Oberndorf vorgestellten Untersuchung der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG), die von der Firma in Auftrag gegeben worden war. Ende 1939 war er in die NSDAP eingetreten, um in seiner beruflichen Karriere weiterzukommen.
Die deutsche Industrie war tief in die Nazi-Verbrechen verstrickt. Zahlreiche Firmen haben ihre durch den Einsatz von Zwangsarbeitern belastete Vergangenheit von Historikern längst aufarbeiten lassen. Heckler & Koch ist hierbei ein Sonderfall, da die Firmengründung erst 1949, also in Zeiten der Bundesrepublik erfolgte. Mit der Frage, was ihre Gründer davor getan hatten, beschäftigte sich die Firma jahrzehntelang nicht. Eine bildlastige Firmenchronik, die zum 50-jährigen Bestehen 1999 erschien, ging darauf nicht kritisch ein.