Bezahlbare Wohnungen sind auch in Sachsen immer schwerer zu finden. Die Wohnungswirtschaft stehe vor der Herausforderung, sozialverträgliche Mieten zu stemmen und gleichzeitig zu investieren und steigende Klimaziele zu erreichen, betonten der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) und der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) in Dresden. In Sachsens größter Stadt Leipzig will die kommunale Wohnungsgesellschaft LWB bis 2035 mehr als 2.000 neue Wohnungen bauen.
Schlechte Zeiten für Neubau
Bei den 117 Wohnungsunternehmen im vdw lag die Investitionssumme 2025 bei 703,6 Millionen Euro - knapp 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier floss das Geld im Wesentlichen in Instandhaltung (297,3 Millionen Euro) und Modernisierung (284,7 Millionen Euro). Im Neubau entstanden 762 Wohnungen (2024: 719). «Wir erwarten in diesem und in den folgenden Jahren einen dramatischen Einbruch im Neubau», betonte vdw-Chef Alexander Müller. Die Prognosen der Unternehmen seien «sehr düster».
In Leipzig sei die LWB nahezu der einzige gemeinwohlorientierte Akteur, der aktuell noch baue, sagte der Baudezernent und LWB-Aufsichtsratschef Thomas Dienberg. «Wohnen ist und bleibt in unserer Stadt das Thema Nummer eins», sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Viele Menschen fragten sich, ob sie in Zukunft ihre Miete noch zahlen könnten. Er sei daher dankbar, dass das kommunale Unternehmen sein Bauprogramm fortsetze.
Leerstand führt zu beträchtlichen Einnahmeverlusten
Die Wohnungswirtschaftsverbände haben auch abgesehen vom Neubau ähnliche Probleme, beispielsweise beim Leerstand. Bei den Genossenschaften standen rund 24.000 Wohnungen und damit 8,2 Prozent des Bestandes leer. Bei den kommunalen Unternehmen fanden 9,5 Prozent aller Wohnungen - mehr als 25.300 - keinen neuen Mieter. Das ist mit enormen Kosten verbunden. Allein dem VSWG entgingen so Einnahmen von 94 Millionen Euro - 68 Millionen Euro an möglichen Mieteinnahmen, der Rest an Betriebskosten, die nicht umgelegt werden konnten.