Der Kamenzer Stadtrat schließt sich den Ausführungen des Oberbürgermeisters vom 23. April 2026 zur angekündigten Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Kamenzer Krankenhaus St. Johannes inhaltlich an.
Der Stadtrat und der Oberbürgermeister appellieren aus Sorge um die Lebens- und Wohnbedingungen in unserer Stadt an die Verantwortlichen, die Entscheidung noch einmal zu überdenken, um den Erhalt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe zu erreichen, Ein erster Schritt sollte sein, den Zeitraum bis zu einer eventuellen Schließung zu verlängern, um eine sachgerechte Lösung zu ermöglichen. Denn die Klinik ist nicht nur für die Stadt Kamenz und deren Menschen ein unabdingbarer Faktor der Lebensqualität, sondern auch für die medizinische Versorgung in der Region, sprich im ländlichen Raum, der ohnehin – in Vergleich zu Ballungsmetropolen – an Strukturschwäche leidet.
Zugleich geht der Appell in den politischen Raum auf Landes-, aber vor allem auf Bundesebene, die Folgen der geplanten Krankenhausreform, gerade für den ländlich geprägten Raum zu reflektieren und hier, wenn erforderlich, Änderungen herbeizuführen. Mit dem Wegfall der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe entsteht – im Gebiet zwischen Hoyerswerda, Bautzen und Dresden – ein „Leerraum“, der für die Menschen in der Region große Nachteile mit sich bringt. Hier gilt es gegenzusteuern.