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Schlosspark Hermsdorf: Ein Baum für die nächsten 1000 Jahre

Bürgermeister Rico Pfeiffer (links) und Torsten Gräfe (OSKD) gießen gemeinsam mit neongrünen Gießkannen eine junge, von Holzpfählen gestützte Eiche im Schlosspark Hermsdorf. Die Szene zeigt das Engagement für den Erhalt des historischen Landschaftsgartens bei Ottendorf-Okrilla unter sonnigem Frühlin
Einsatz für das grüne Erbe: Bürgermeister Rico Pfeiffer (links) und Torsten Gräfe von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSKD) greifen zur Gießkanne, um eine frisch gepflanzte Stiel-Eiche im Schlosspark Hermsdorf anzugießen. Die Aktion ist Teil einer langfristigen Initiative, um die historischen Parkanlagen nördlich von Dresden für den Klimawandel zu wappnen. Foto: Regionalmanagement Dresdner Heidebogen
Von: Dresden News
Ein ökologisches Rückgrat für die Zukunft: Im Schlosspark Hermsdorf wurde eine Stiel-Eiche gepflanzt, die theoretisch bis zum Jahr 3000 stehen könnte. Während Trockenheit den alten Baumbestand bedroht, setzen die Gemeinde Ottendorf-Okrilla und der Dresdner Heidebogen e.V. ein lebendiges Zeichen für den Erhalt eines der ältesten Landschaftsgärten Sachsens. Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Parks und das große Fest am 31. Mai.

Hermsdorf. Nördlich von Dresden, wo der Lärm der Stadt leiser wird, liegt ein verborgenes Juwel: Der Schlosspark Hermsdorf ist einer der ältesten Englischen Landschaftsgärten Sachsens. Seit dieser Woche ist er um einen Bewohner reicher, der theoretisch noch im Jahr 3000 Schatten spenden könnte.

Ein ökologisches Rückgrat für das nächste Jahrtausend

Vertreter der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSKD), der Gemeinde Ottendorf-Okrilla und des Dresdner Heidebogen e.V. pflanzten gemeinsam eine Stiel-Eiche (Quercus robur). Dieser Baum ist weit mehr als nur Dekoration. Bis zu 1.000 Jahre alt kann eine Eiche werden, 40 Meter hoch wachsen und einen Stammumfang von zwölf Metern erreichen. Als Lebensraum für Hunderte Insekten- und Vogelarten gilt sie als das ökologische Rückgrat unserer Wälder.

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Widerstand gegen den Klimawandel: Parks in Not

Die Pflanzung ist ein Fest, aber auch ein stilles Eingeständnis: Trockenheit und Unwetter setzen dem alten Baumbestand in Sachsens Parks massiv zu. Das Netzwerk „Schlösser, Parks und Gärten“ des Dresdner Heidebogen pflanzt deshalb mit Unterstützung der Sparkasse jährlich neue Bäume. Es ist ein konkreter Beitrag gegen den Verfall dieser historischen Gartendenkmäler, die ohne dieses Engagement Stück für Stück verschwinden würden.

Von George Bähr bis heute: Geschichte, die atmet

Ein Blick in die Historie zeigt den Wert der Anlage: Seit 1461 war Hermsdorf im Besitz der Familie von Carlowitz. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1729 übernahm kein Geringerer als George Bähr die Restaurierung – derselbe Baumeister, der Dresden die Frauenkirche schenkte.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Garten in einen der frühesten englischen Landschaftsparks Sachsens umgewandelt. Ein stummer Zeuge dieser Jahrhunderte steht bereits am Teich: eine Eiche mit stolzen 6,70 Metern Umfang. Die frisch gepflanzt Eiche tritt nun in diese großen Fußstapfen.

Ehrenamt als Herzschlag des Schlossparks

Heute gehört das Schloss der Gemeinde und ist ein beliebter Ort für Hochzeiten und Konzerte. Doch der Park lebt vor allem durch Leidenschaft: Die Hermsdorfer Schlossparkgesellschaft e.V. pflegt das Areal das ganze Jahr über ehrenamtlich. 2025 feierte der Verein sein 30-jähriges Bestehen – eine beeindruckende Bilanz für eine Truppe, die sich dem Erhalt dieses „grünen Juwels“ verschrieben hat.

Ausflugstipp: Tag der Parks und Gärten am 31. Mai

Wer den Park und seinen neuesten Bewohner selbst erleben möchte, hat dazu am 31. Mai beim 17. „Tag der Parks und Gärten“ die Gelegenheit:

  • Ab 11:00 Uhr: Kinderprogramm auf der Parkbühne.
  • Ab 13:00 Uhr: Konzert des Dresdner Musikvereins.
  • Highlights: Schlossbesichtigungen und kulinarische Versorgung durch die „Parkquelle“.

Das Netzwerk hinter diesem Tag ist stetig gewachsen: Von anfangs neun Partnern (2009) ist es heute auf 21 angewachsen. Vereine, Kommunen und Privatpersonen sorgen gemeinsam dafür, dass die historischen Parks nördlich von Dresden lebendig bleiben.

Weitere Informationen zum Programm unter: www.heidebogen.eu

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