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Ein Ort für Abschied und Begegnung

Ein Ort für Abschied und Begegnung
Projektleiter Matthias Steinert mit Adriana und Benjamin Wolf vor dem Firmensitz in Ottendorf-Okrilla (v.l.n.r.). Foto: meeco Communication Services
Von: Matthias Stark
Das Bestattungshaus Muschter plant und baut ein „Haus der Trauer“.

Abschied braucht Raum und genau diesen will das Bestattungshaus Muschter künftig schaffen. Mit Unterstützung der SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft mbH entsteht derzeit ein neues „Haus der Trauer“, das Angehörigen einen würdevollen Ort für Erinnerung, Abschied und gemeinsames Gedenken bieten soll.

Die Investition ist mehr als ein wirtschaftliches Projekt, sie ist eng mit der persönlichen Geschichte von Inhaber Benjamin Wolf verbunden. Schon früh wurde er mit dem Thema Tod konfrontiert, allerdings aus der Distanz. „Als Kind wurde ich von Trauerfällen in meiner Familie ferngehalten“, erzählt Benjamin Wolf. Die daraus entstandene Neugier führte ihn bereits mit 15 Jahren zu einem Praktikum bei einem Bestatter. Es folgten Stationen im Pflegebereich und weitere Einblicke in die Branche, bis schließlich 2018 die Übernahme des Bestattungsinstituts Muschter gelang.

Gemeinsam mit seiner Frau Adriana, die wenig später in das Unternehmen einstieg, entwickelte Wolf den Betrieb weiter. Heute versteht sich das Bestattungshaus Muschter als Familienunternehmen, in dem unterschiedliche Erfahrungen zusammenfließen, von Pflege über Gestaltung bis hin zur persönlichen Begleitung von Trauernden.

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Doch mit dem Wachstum stieß das Unternehmen zunehmend an Grenzen. Es fehlten geeignete Räume, in denen Angehörige in Ruhe Abschied nehmen oder nach einer Trauerfeier zusammenkommen können. Die Suche nach passenden Räumlichkeiten in Ottendorf-Okrilla und Umgebung blieb lange erfolglos. Auch bestehende Kapellen boten nur eingeschränkte Möglichkeiten.

Die Lösung fand sich schließlich in Dresden, in einem Gebäude mit Geschichte, das nun zum „Haus der Trauer“ umgestaltet wird. Entscheidenden Rückenwind gab die SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft mbH, eine Tochter der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Sie stellte Eigenkapital bereit und machte damit die Umsetzung des Projekts überhaupt erst möglich.

„Die Idee und der vorgelegte Businessplan haben uns überzeugt“, erklärt Projektleiter Matthias Steinert. „Das Konzept ist durchdacht und trägt eine klare Vision.“

Noch wird gebaut und geplant, doch die Eröffnung ist bereits für Ende Mai vorgesehen. Trotz der Expansion bleibt eines unverändert: der Stammsitz in Ottendorf-Okrilla. „Hier sind wir verwurzelt“, betonen Benjamin und Adriana Wolf. „Und das wird auch so bleiben.“

Mit dem „Haus der Trauer“ entsteht nun ein Ort, der über klassische Bestattungsdienstleistungen hinausgeht, ein Raum, der Trauer sichtbar macht, Gemeinschaft ermöglicht und dem Abschied die Zeit gibt, die er braucht.

Matthias Stark
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Matthias Stark

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