Nach dem Hauseinsturz in Görlitz vor knapp zwei Wochen ist die genaue Ursache für das Unglück weiter unklar. Behörden und Stadt vermuten Erdgas als Ursache für die Explosion, die nach aktuellen Erkenntnissen die Tragödie mit drei Todesopfern in der James-von-Moltke-Straße verursacht hat. Das wirft die Frage auf, wie es um die Sicherheit des Gasnetzes für andere betroffene Menschen in Sachsen bestellt ist.
Wie wahrscheinlich ist ein Unglück wie in Görlitz in Sachsen?
Nach Einschätzung von Fachleuten sind schwere Gasunfälle äußerst selten. Mitnetz Gas, der größte Gasnetzbetreiber in Sachsen, beschreibt Gasleitungen als «im Regelfall sicher» und bezeichnet einen Vorfall wie den in Görlitz als «äußerst selten». Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) spricht von einer Wahrscheinlichkeit, die mit dem Tod durch Blitzschlag vergleichbar sei.
René Hobusch, Präsident des Hauseigentümerverbandes Haus & Grund in Sachsen, schließt technische Defekte trotz aller Wartungen und Pflichten der Hauseigentümer nicht ganz aus: «Man kann etwas übersehen.» Der Mensch selbst sei dabei immer ein Unsicherheitsfaktor. Gerade bei Ferienwohnungen, wie in dem in Görlitz betroffenen Gebäude, sei auch die Gefahr von Bedienungsfehlern und dem Übersehen von Mängeln durch häufig wechselnde Bewohner erhöht.