Sachsen möchte sich weiter für den Katastrophenschutz rüsten und setzt dabei auf Expertise von Hilfsorganisationen. Bei den Johannitern ging jetzt das erweiterte Katastrophenschutzzentrum in Heidenau in Betrieb. Im Notfall können hier bis zu 200 Menschen für mehrere Tage autark versorgt werden, teilten die Johanniter mit. Der Standort verfüge dazu über Photovoltaikanlagen und ein Notstromaggregat, eigene Brunnen und Anlagen für Abwasser sowie zusätzlich über einen Betreuungsplatz für bis zu 1.000 Evakuierte.
Experten sprechen von großem Nachholbedarf
«Uns ist schon lange klar, dass wir nur resilient werden können, wenn wir den Bevölkerungsschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen», erklärte Carsten Herde, Mitglied des Landesvorstandes Sachsen der Johanniter-Unfall-Hilfe: «Warten und Reden war nicht unser Ansatz, sondern Tun. Dazu brauchen wir alle im System Verantwortlichen – von der Politik bis zu den Menschen, die ehrenamtlich in den Einheiten des Bevölkerungsschutzes arbeiten. Nur so können wir es schaffen, den überwältigenden Nachholbedarf aufzuarbeiten.»
Zentrum in Aue soll am 19. Juni eröffnet werden
Fachleute und Hilfsorganisationen kritisieren seit Jahren erhebliche Defizite im deutschen Zivil- und Katastrophenschutz: veraltete Infrastruktur, fehlende Schutzräume, Lücken im Sirenennetz und einen massiven Investitionsstau, teilten die Johanniter mit. «Die vom Bund angekündigten zehn Milliarden Euro gelten als wichtiges Signal, sind aber bei weitem nicht ausreichend, um die Versäumnisse vergangener Jahrzehnte aufzuholen.» Um dem zu begegnen, habe man in Sachsen gemeinsam mit dem Freistaat bislang rund 12 Millionen Euro in die modernen Katastrophenschutzzentren in Heidenau und Aue gesteckt. Das Zentrum in Aue soll am 19. Juni eröffnet werden.
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