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BUND listet Versäumnisse beim Hochwasserschutz auf

BUND listet Versäumnisse beim Hochwasserschutz auf
2002 setzte ein Hochwasser der Elbe und ihrer Zuflüsse auch Dresden unter Wasser. (Archivbild) / Foto: Matthias Hiekel/Zentralbild/dpa
Von: DieSachsen News
Trotz Investitionen sieht der BUND Sachsen unzureichend auf Wetterextreme vorbereitet. Warum technische Maßnahmen laut Experten keinen vollständigen Hochwasserschutz bieten.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht Sachsen noch immer nicht ausreichend auf Wetterextreme vorbereitet. Statt Flüssen mehr Raum zu geben, würden wichtige Überflutungsflächen weiter mit Siedlungen und Straßen zugebaut, teilte der BUND mit. Die Umweltorganisation zog fünf Jahre nach der verheerenden Flut im Ahrtal Bilanz, um die Lage in Sachsen zu beurteilen. 

Laut BUND haben in Sachsen die Flüsse im Schnitt 31 Prozent ihrer natürlichen Überschwemmungsfläche verloren. Am größten sind die Verluste bei Weißer Elster (62 Prozent) und Spree (61 Prozent), am kleinsten bei der Freiberger Mulde (12 Prozent). Sachsen gehöre zu den drei Bundesländern mit der höchsten Siedlungslast im Überschwemmungsgebiet. Elf Prozent der amtlich festgelegten Überschwemmungsgebiete seien Siedlungen und Straßen.

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Risiko von Hochwasserkatastrophen nimmt zu

«Im Zuge der Klimakrise kann das gefährlich werden: Nordatlantik und Mittelmeer werden immer wärmer und wir müssen deshalb mit mehr Starkregenereignissen rechnen. Das kann zu mehr Hochwasserkatastrophen führen», lautete der Befund des BUND. Auch in Sachsen sei das möglich. 

Der BUND machte auch Angaben zu den Investitionen des Freistaates in den Hochwasserschutz. Demnach wurden seit der Flutkatastrophe im Jahr 2002 rund drei Milliarden Euro für den Hochwasserschutz im Freistaat ausgegeben. Bis Ende 2024 waren von den 749 Vorhaben des sächsischen Hochwasserschutzprogramms 595 fertiggestellt.

Technische Lösungen können keinen absoluten Schutz bieten

«Fünf Jahre nach der Ahrtalflut steht fest: Technische Lösungen wie enge Bebauung, höhere Deiche oder zusätzliche Polder können Hochwasser zwar lokal begrenzen, einen absoluten Schutz bieten sie aber nicht», betonte BUND-Chef Felix Ekardt. Solche Maßnahmen seien oft weder technisch realisierbar noch wirtschaftlich sinnvoll. 

BUND fordert mehr Raum für Flüsse und Ende der Versiegelung

«Zudem verschwendet diese Strategie in Zeiten von Wasserknappheit und Grundwasserstress wertvolles Wasser, statt es im Boden zu speichern. Was wir brauchen, sind mehr Raum für Flüsse, finanzielle Mittel für die Renaturierung von Auen, ein Ende der Flächenversiegelung und konsequente Investitionen in ökologischen Hochwasserschutz», betonte der BUND-Vorsitzende.

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