Sachsen möchte seine Streuobstwiesen langfristig erhalten und startet deshalb ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt. In den kommenden zwei Jahren soll eine Strategie entstehen, wie Streuobstwiesen besser genutzt, gepflegt und weiterentwickelt werden können, teilte das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mit. Konkret gehe es zum Beispiel um Empfehlungen für das Anlegen, die Pflege, den Erhalt und die Sanierung von Streuobstwiesen, um Anforderungen an das Pflanzgut und die Vermarktung von Streuobstprodukten.
Streuobstwiesen sind als stark gefährdet bis gefährdet eingestuft
Nach Angaben des Ministeriums gibt es rund 12.800 Streuobstwiesen in Sachsen. Sie hätten einen hohen Pflegebedarf und die Ernte sei ungleich aufwendiger als bei konventionellen Obstplantagen. Daher hat ihre Zahl in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Die Historie dieser Wiesen reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit begann sich der Obstbau auch außerhalb von Siedlungen in die freie Landschaft auszubreiten, es entstanden die typischen Streuobstwiesen, hieß es. In der Roten Liste der Biotoptypen Sachsens sind diese Wiesen «stark gefährdet bis gefährdet» eingestuft.
Auch der BUND betreut Streuobstwiesen
Auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz Dresden (BUND) betreut Streuobstwiesen. Im Juli sollte auf einer der Flächen eine Kirschernte stattfinden. Wegen des wärmebedingten frühen Austriebs in Kombination mit dem späten Frost im April gab es dieses Jahr jedoch nichts zu ernten. Die Ernte wurde in einen Pflegeeinsatz umgeplant.
Durch den Klimawandel können solche Phänomene in Zukunft vermehrt auftreten, erklärte BUND-Vorständin Jenny Förster. «Wir dürfen nicht nur auf die Anzeichen der Erwärmung im Sommer achten, sondern müssen auch die Auswirkungen auf die Natur in den Winter- und Frühlingsmonaten ins Auge fassen. Wenn wir uns die vielfältigen wertvollen Funktionen der Streuobstwiesen für Mensch und Natur erhalten wollen, müssen wir sowohl in die Pflege investieren, als auch engagiert unseren Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise leisten.»
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