Die Ermittlungen nach dem Ausbruch eines Tigers aus einem privaten Gehege einer ehemaligen Zirkus-Artistin nahe Leipzig dauern an. Der vor fast fünf Wochen bei dem Ausbruch schwer verletzte Helfer sei noch immer nicht vernehmungsfähig, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig auf Anfrage.
Mitte Mai war ein ausgewachsener männlicher Tiger aus der Anlage in einem Gewerbegebiet in Dölzig nahe der Autobahn 9 entkommen. Dabei wurde ein 72 Jahre alter Helfer der Artistin schwer verletzt. Die Polizei erschoss die Raubkatze nur wenige Meter von einer Kleingartenanlage entfernt. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen eingeleitet.
Die Tigerhaltung sei in der Vergangenheit mindestens einmal jährlich vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Nordsachsen kontrolliert worden, teilte das sächsische Sozialministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion mit. Die dabei festgestellten Mängel hätten sich stets auf das zu geringe Raumangebot für die Tiger bezogen.