Ihre Stimme klingt ungewöhnlich rau für eine junge Frau in ihrem Alter. Nach viel Leben. Das ist jedoch nicht das Merkmal, was Diyara Aydogan selbst unter Ihresgleichen so ungewöhnlich macht.
Die 17-Jährige vom Volleyball-Zweitligisten VC Olympia Dresden ist die erste türkisch-stämmige Nationalspielerin überhaupt im Deutschen Volleyball-Verband (DVV). Und doch nur ein Abbild unserer Gesellschaft. „Das ist doch in Deutschland normal“, winkt die gebürtige Berlinerin ab und verweist vor allem auf die Fußball-Nationalmannschaft und die Nachwuchsauswahlteams des DFB.
Ihr Alleinstellungsmerkmal ist der 1,88 Meter großen Mittelblockerin also herzlich egal - und das unterstreicht sie mit einem kehligen Lachen. Dabei ist auch ihre bisherige Lebensgeschichte alles andere als alltäglich unter all jenen Familien mit migrantischen Wurzeln.
Denn Mama Özlem, ebenfalls eine gebürtige Berlinerin, und Papa Nika verließen Deutschland wieder, als Diyara noch ein Baby war. In Izmir, so der Plan, wollte die Familie des ehemaligen Nachwuchs-Kickers von Hertha BSC den Bauernhof ihrer Vorfahren bewirtschaften.
