Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Sport

Vorm Saisonstart der Monarchs: Drei Rekorde und ein vieldiskutiertes Verbot

Vorm Saisonstart der Monarchs: Drei Rekorde und ein vieldiskutiertes Verbot
Cheftrainer Greg Seamon, Henrik Oliver von Oehsen als Sprecher von Hauptsponsor Ostsächsische Sparkasse, Präsident Sören Glöckner und Quarterback Rocky Lombardi (v.l.) verkündeten vor dem Saisonstart hohe Ziele. Foto: Alexander Hiller
Von: Alexander Hiller
Der deutsche Vizemeister im American Football nimmt den zweiten Anlauf auf das "Finale daheeme". Denn das Endspiel um den GFL-Bowl steigt am 3. Oktober in Dresden. Vor dem Auftaktduell am Samstag gegen Braunschweig beeindruckt der Klub mit einer Reihe von neuen Bestmarken und überrascht mit einer Einschränkung.

Die Dresden Monarchs starten am Samstag als amtierender deutscher Vizemeister im American Football in die neue Saison der German Football League (GFL). Und bereits vor dem Duell gegen Rekordmeister Braunschweig ab 16 Uhr im Heinz-Steyer-Stadion setzen die Elbestädter drei neue Rekordmarken - und verblüffen mit einem Verbot.

Bereits Ende 2025 verkündete Geschäftsführer Jörg Dreßler, dass die Monarchs mit aktuell 1309 Mitgliedern der größte Football-Verein Europas sind. Das stellte Dreßler und sein Team aus der Geschäftsstelle nach intensiven eigenen Recherchen selbst fest. Ohnehin konzentriert sich die größte Stahlkraft des US-Nationalsports in Europa auf Deutschland und Österreich.

In der Saison 2025 wurden zudem die Social-Media-Kanäle der Dresden Monarchs über 30 Millionen Mal aufgerufen, was eine Steigerung von 100 Prozent im Vergleich zu vorherigen Jahren bedeutet.

Mehr aus dieser Kategorie

Das gab es noch nie: Über 1000 verkaufte Jahreskarten

Den zweiten Vereins-Rekord bestätigte Vereins-Präsident Sören Glöckner im Vorfeld des Sparkassen-Game-Day am Samstag. "Wir haben bereits über 1000 Jahreskarten verkauft, das hatten wir noch nie", sagt er.

Und auch mit der Finanzkraft setzen die Dresdner eine neue vereinsinterne Bestmarke. Der Saisonetat, der bei etwa knapp unter zwei Millionen Euro liegt, ist so hoch wie noch nie. "Er gilt aber immer für den Gesamtverein. Wir haben noch weitere Teams, die bundesweit unterwegs sind. Das erhöht natürlich auch die Kosten", schränkte Glöckner ein.

Zum Vergleich: Titelverteidiger Potsdam Royals hat gerade sein U20-Team aufgelöst und aus dem Spielbetrieb der GFL Junior League zurückgezogen, investiert offenbar viel mehr Spielerbudget in den Meister-Kader als die Dresdner in den ihren. Bei den Brandenburgern stehen 20 internationale Spieler im Aufgebot, bei den Monarchs immerhin auch 18.

Dennoch wollen die Sachsen um Cheftrainer Greg Seamon den Royals diesmal den Titel entreißen und den zweiten Meister-Coup nach 2021 feiern. Die Voraussetzungen dafür sind glänzend. Nicht nur, weil die knapp 23:33-Niederlage im Endspiel beim "Finale daheeme" im Rudolf-Harbig-Stadion gegen Potsdam als Stachel noch tief sitzt und zusätzliche Motivation verleiht.

Coach: Wir sind größer, schneller und härter als im Vorjahr

„Unser Ziel ist es, die deutsche Meisterschaft zu gewinnen, den GFL‑Bowl – in dieser Stadt“, sagt der 70-Jährige Seamon voller Überzeugung. „Wir sind der bestorganisierte Klub in der GFL, haben das beste Stadion und die besten Fans in der GFL, sind eines der besten Teams“, bekräftigt Seamon und unterstreicht: „Bei meiner Rückkehr nach Dresden im März habe ich ein Team vorgefunden, das größer, schneller und härter ist als das aus dem Vorjahr.“


Cheftrainer Greg Seamon geht ins seine dritte Saison mit den Monarchs und hält sein Team für größer, schneller und härter als im Vorjahr. Foto: Alexander Hiller

Viel wird freilich davon abhängen, wie der neue Quarterback Rocky Lombardi einschlägt und an die Leistungen und Führungsqualitäten seinen Vorgängers Justin Miller anknüpfen kann. Erst nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden Millers gerieten die Dresdner beim GFL-Bowl um den Titel gegen Potsdam auf die Verliererstraße.

Reichlich Erfahrung bringt der 27-jährige Lombardi aus den USA in jedem Fall mit. Er könnte die Monarchs ins "Finale daheeme 2.0" führen, denn das Endspiel um die deutsche Meisterschaft wird am 3. Oktober wieder im Rudolf-Harbig-Stadion ausgetragen.

Ein neuerlicher Einzug ins Duell um den GFL-Bowl ist nicht nur das erklärte Ziel, sondern dürfte die Aufmerksamkeit für den hierzulande wenig beachteten Sport zumindest in Dresden noch weiter anheizen. Denn auch der Saisonauftakt im Heinz-Steyer-Stadion "geht in Richtung ausverkauft", hofft Präsident Sören Glöckner. Das wären knapp 10.000 Besucher. Sowohl die Haupt-, als auch die Nordtribüne sind bereits vollbesetzt, nur noch für Sitzplätze preisgünstigsten Segment bis maximal 13 Euro sind noch Karten erhältlich.

Verbot sorgt für kontroverse Diskussionen

Allerdings gibt es für Besucher eine Einschränkung. Der Vorstand der Monarchs hat sich dazu entschlossen, in diesem Jahr den Einsatz der eintönigen Druckluft-Tröten zu verbieten und damit auch auf Hinweise aus der Fanszene reagiert. "Das wurde uns aus der Fan-Base immer mal wieder herangetragen und war eigentlich überfällig. Diese lauten Tröten sind einfach anstrengend“, sagt Glöckner. Das Verbot gilt allerdings vorerst nur für das Heinz-Steyer-Stadion.

Die entsprechenden Postings des Vereins am 3. April auf seinen Social-Media-Accounts sorgen allerdings für kontroverse Diskussionen, mit 139 Kommentaren auf Facebook und derer 210 auf Instagram sammelten die Monarchs so viele Einträge wie noch nie in diesem Jahr.

Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Auf Facebook schreibt Andres Schnepf beispielsweise: "Viele Fans nutzen Druckluft-Tröten, Kuhglocken, Trommeln, Megafone. Diese gehören zur Fankultur und Identität eines Teams. Wenn man das verbietet: Wird Stimmung künstlich eingeschränkt, verlieren aktive Fans ein wichtiges Mittel." Die Tendenz geht jedoch deutlich zu einer positiven Bewertung. User chris.7ud schreibt etwa: "Endlich klingt deutscher Football im Stadion nicht mehr wie Kindergeburtstag."

Auch Sachsens Finanzminister Christian Piwarz gehört zu den Befürwortern des Verbots. „Ich persönlich kann damit sehr, sehr gut leben, dass man nur selbst produzierten Krach macht. Der permanente Getute war wirklich ein bisschen nervtötend. Es gibt viele andere Möglichkeiten, wie man Lärm machen kann, seine Mannschaft unterstützt“, sagt der CDU-Politiker, der Vereinsmitglied bei den Monarchs ist und deren Heimspiele oftmals ehrenamtlich für das TV kommentiert.

Denn der 50-Jährige ist auch Präsident des Sächsischen Football Landesverbandes (AFVS). "Von Seiten des Landesverbands gibt es dahingehend keine Einschränkung, das ist eine Entscheidung der Vereine, die ich nachvollziehen kann", sagt er.

Alexander Hiller
Artikel von

Alexander Hiller

Alexander Hiller ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media

METIS