Bei der Online-Pressekonferenz sitzt Tom Liebscher-Lucz vor dem Bildschirm und entschuldigt sich erstmal dafür, dass er ein Basecap trägt. "Das macht man eigentlich nicht, dass ist sehr unhöflich. Aber ich muss dann einfach mal zum Friseur in Szeged, das ist einfach günstiger als in Deutschland - halber Preis", sagt der Weltklasse-Kanute.
Der fährt natürlich primär nicht zum Haareschneiden nach Ungarn, sondern verkündet bei der besagten Pressekonferenz sein Comeback im deutschen Kajak-Vierer. Das Großboot ist das Aushängeschild des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) und räumt seit 2016 jeweils Olympia-Gold ab. Tom Liebscher-Lucz war in Rio, Tokio und Paris jeweils mit an Bord, erkämpfte auch vier seiner sieben Weltmeistertitel im schnellsten aller Rennsport-Kanus.
Im Vorjahr konnte sich der 32-Jährige in der nationalen Qualifikation jedoch nicht durchsetzen und musste stattdessen international im Einer paddeln. Als WM-Fünfter blieb er deshalb erstmals seit 2012 ohne internationale Medaille.
Das dürfte sich nun wieder ändern. Der Vierer, im Vorjahr enttäuschend nur WM-Vierter, setzt sich jetzt wieder in der Olympia-Formation von Paris zusammen: mit Jacob Schopf, Max Rendschmidt, Max Lemke und Tom Liebscher-Lucz. Der Dresdner drängte sich bei der deutschen Qualifikation im April durch herausragende individuelle Ergebnisse auf. „Ich habe den ganzen Winter noch mehr investiert, habe ein bisschen was umgestellt“, sagt der zweifache Familienvater.
