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Wie die DEL die verkorkste Saison der Dresdner Eislöwen bewertet

Wie die DEL die verkorkste Saison der Dresdner Eislöwen bewertet
Die Eislöwen-Fans sorgen in der verkorsten DEL-Saison für einen neuen Vereinsrekord. Auch von der Liga und dem TV-Sender gibt es Lob.
Von: Alexander Hiller
Der Abstieg der Sachsen steht schon lange fest. Doch kurz vor Ende der Hauptrunde loben Liga-Geschäftsführer Gernot Tripcke und der TV-Sender MagentaSport die Rolle des Neulings. Die Eislöwen knacken einen Vereinsrekord und sorgen auch für die beiden DEL-Spiele mit den meisten Fernsehzuschauern.

Zwei Spiele noch - dann ist das Abenteuer DEL für die Dresdner Eislöwen nach dem Aufstieg im Vorjahr auch schon wieder beendet. Auf einer Online-Pressekonferenz schätzte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke bereits jetzt die Lage der Liga ein. Unterstützt wurde der Ligaboss von Stefan Thelen, dem Leiter Sport Content bei MagentaSport, dem übertragenden TV-Sender.

Beide Chefs schätzten die Rolle des Neulings aus Dresden trotz dessen katastrophaler Saison durchaus positiv ein. Und es gibt tatsächlich harte Fakten, die diesen Eindruck belegen. "Es hätte wohl keiner gedacht, dass Dresden sportlich leider relativ weit abgeschlagen ist", sagte Tripcke. Der Abstieg der Sachsen steht bereits seit dem 26. Februar fest. Nach 50 von 52 Spieltagen stehen die Eislöwen mit mageren 26 Punkten satte 24 Punkte hinter dem Tabellenvorletzten aus Frankfurt - dem letzten Heimspielgegner in der DEL am kommenden Freitag.

Manche Experten sprechen deshalb über die Eislöwen vom schlechtesten Erstligisten aller Zeiten. Was jedoch falsch ist, auch wenn es in den zwei verbleibenden Partien keinen Punktezuwachs mehr gäbe. Dann stünden die Dresdner bei durchschnittlich 0,5 Punkten pro Spiel, derzeit sind es noch 0,52.

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In der Saison 1997/98 erreichten die Starbulls Rosenheim in einem anderen Spielmodus einen Punktedurchschnitt von 0,34 Zählern – mit Abstand der Minusrekord in der DEL-Geschichte. Die ESG Füchse Weißwasser, eine Spielgemeinschaft aus Weißwasser und Chemnitz, kam 1995/96 auf 0,42 Punkte.

Und auch Tripcke und Thelen heben die positiven Wirkungen der Eislöwen auf die DEL hervor. "Die Mannschaft hat sich trotzdem nie hängen lassen, hin und wieder mal für Überraschungen gesorgt und auch die Zuschauer haben dem Team die Stange gehalten", argumentiert Tripcke.

In der Tat bescheren die Fans den Eislöwen einen neuen Allzeit-Zuschauer-Rekord. Inklusive des Winter-Games im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion werden 140.930 Zuschauer die 26 Hauptrunden-Heimspiele verfolgt haben – und damit so viele wie noch nie in der Klubgeschichte. Auch deshalb wird nach der Saison ein Plus auf dem Vereinskonto stehen.

Dresden unter Top drei bei Besucherauslastung

Das letzte DEL-Spiel in der Joynext-Arena am 13. März ist ausverkauft. Das entspricht dann insgesamt einer Hallen- bzw. einmaligen Stadionauslastung von 98,41 Prozent – damit steht Dresden in dieser Statistik auf Rang drei in der DEL - hinter Bremerhaven (99,90%) und den Eisbären Berlin (99,07%). Der Ligadurchschnitt in dieser Hinsicht liegt bei 93 Prozent. 

Mit der kürzlich leicht auf 4.576 Besucher erweiterten Zuschauerkapazität (bis zur Olympia-Pause: 4.412) verfügen die Eislöwen über die zweitkleinste Spielstätte der DEL. "Wir hatten extrem gute Auslastungszahlen in Dresden - selbst als es sportlich überhaupt nicht lief. Die Aufmerksamkeit und die Medienlandschaft hat total mitgezogen und wir haben beim Wintergame eine Rieseneuphorie gesehen", sagt der 57-Jährige.

Das Wintergame Anfang Januar vor 32.258 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion gegen die Eisbären Berlin - und auch das Saisoneröffnungsspiel der Dresdner in Berlin sind die beiden quotenstärksten Spiele dieser DEL-Hauptrunde für den TV-Sender MagentaSport.

"Das kann ich bestätigen. Sowohl im Eröffnungsspiel als auch beim Wintergame hatten wir rund 260.000 Zuschauer, das waren die mit Abstand größten Spiele", sagt Stefan Thelen von MagentaSport. Insgesamt, so der Sender, werden die Hauptrunde 25,2 Millionen Zuschauer bei dem Eishockeykanal verfolgt haben -im Vorjahr nur 20,1 Millionen. 

 "Dresden ist eine absolute Bereicherung für uns und die Liga gewesen. Das Interesse an Dresden war ungebrochen. Das sehen wir in der Zuschauer-Resonanz absolut, da ist Dresden bei uns in der oberen Tabellenhälfte mit dabei. Schade, dass es schon wieder runtergeht", betonte der Fernsehmann. 

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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