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Spielt diese Dresdner beim erhofften deutschen Basketball-Märchen eine Rolle?

Spielt diese Dresdner beim erhofften deutschen Basketball-Märchen eine Rolle?
Nicole Brochlitz spielt auf jeden Fall noch ein Jahr für den Meisterschaftsdritten aus Weißenfels. Foto: Hartmut Bösener
Von: Alexander Hiller
Nicole Brochlitz gehört auf der Spielmacher-Position zu den größten Talenten Deutschlands. Doch die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen im September in Berlin dürfte für die 22-Jährige noch etwas zu früh kommen. Was sie selbst zu ihren Chancen sagt.

Der deutsche Basketball bastelt am Märchen 2.0. Anfang bis Mitte September steigt in Berlin die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen. Nach dem WM-Titel der Männer 2023 um Superstar Dennis Schröder könnte dieses Highlight das zweite Erweckungserlebnis in sehr kurzer Zeit für diesen Sport hierzulande sein. Der boomt aufgrund der neuen und attraktiven 3x3-Variante, in der Deutschlands Frauen sensationell Olympiasieger in Paris wurden, ohnehin. 

Eine Dresdnerin könnte bei der Heim-Weltmeisterschaft bereits eine Rolle spielen. Nicole Brochlitz steht mit ihren 22 Jahren vermutlich noch vor ihrem persönlichen Leistungszenit, aber schon jetzt gehört die 1,69 Meter große Athletin zu den besten Spielmacherinnen in Deutschland. Experten halten sie für eines der größten deutschen Talente auf der Point-Guard- Position. "Solch ein Bezeichnung pusht natürlich noch mal mehr, ich will mich ja immer weiter verbessern", sagt sie.


Nicole Brochlitz hat als Spielmacherin alle deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften durchlaufen. Klappt es nun auch bei den Frauen? Foto: Hartmut Bösener

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Mit Syntainics MBC aus Weißenfels landete die spielintelligente Rechtshänderin in der Bundesliga gerade auf dem Bronzeplatz. Mit dem TK Hannover hatte sie bereits 2023 die Vizemeisterschaft und den Pokal gewonnen, aber da waren die Spielanteile der Sächsin viel geringer. "In Hannover war mein erstes Jahr in der Bundesliga, da hatte ich nicht wirklich eine große Rolle. Deshalb ist Bronze mit dem MBC für mich sehr wichtig", sagt sie. "Wir sind mit fünf Niederlagen in die Saison gestartet. Dahingehend haben wir am Ende sogar überperformt", sagt Brochlitz, die für ihr Team durchschnittlich zehn Punkte pro Bundesliga-Partie erzielte. 

Nun gehört sie zum Kader der A2-Nationalmannschaft, also dem Perspektivteam unterhalb der A-Nationalmannschaft an. Gegen das A-Team aus Belgien musste sich die deutsche A2 vor zwei Wochen jeweils zwei Mal geschlagen geben. Brochlitz erzielte dabei insgesamt acht Punkte für das Team des Deutschen Basketball-Bundes (DBB). Mit Centerspielerin Elea Gaba (25) gehört eine weitere Dresdnerin zum Kader der A2. 

Für die 22-Jährige Nicole Brochlitz kommt die Weltmeisterschaft im eigenen Land sehr wahrscheinlich noch zu früh. Auch wenn ihre Meriten stetig wachsen. In der Bundesligasaison 2024/25 wurde sie zur wertvollsten jungen Spielerin der Saison gewählt. 

"Das Team ist sehr, sehr gut besetzt"

Brochlitz träumt sicher von großen Erfolgen, ist aber zugleich auch Realistin. "Sollte ich doch für die WM eingeladen werden, würde ich mich extrem freuen und alles reinhauen. Aber man muss auch dazu sagen", betont sie, "dass das Team, wie es aktuell aussieht, wenn alle fit sind, schon sehr, sehr stark besetzt ist." Nur sieben Spielerinnen des insgesamt 15-köpfigen A-Kaders des DBB spielen derzeit in der Bundesliga, vier in der besten Liga der Welt, der WNBA in Nordamerika.

"Da ist es schwierig reinzukommen und die WM zu spielen. Sicher wäre die WM cool, aber wenn es nicht klappt, wird in einem anderen Jahr meine Chance kommen", meint Brochlitz, die beim BC Ottendorf-Okrilla das Basketball-Abc erlernte und schon mit zehn Jahren wurde sie vom Stützpunkt Chemnitz entdeckt und gab dann dort für die Chemcats bereits mit 15 Jahren ihr Debüt in der 2. Bundesliga. 

Für ein Jahr steht sie noch in Weißenfels unter Vertrag, verdient dort keine Unsummen. Aber für den bescheidenen Lebensstil der Hochbegabten reicht es. "Wir bekommen eine Wohnung gestellt, ich habe auch nicht so große Ausgaben - hauptsächlich für mein Essen. Was ich verdiene, das reicht mir. Ich muss nicht nebenbei arbeiten", sagt Brochlitz. 

Sie schließt im kommenden Jahr auch ihr Fernstudium für Management im Gesundheitswesen ab, wenn alles nach Plan läuft und könnte dann theoretisch zu neuen Ufern aufbrechen. Die liegen aber nicht im Basketball-Traumland USA.

USA ist keine Option

"Nach meinem Abi in Chemnitz wäre es eine Option mit einem Sportstipendium an eine Universität zu gehen. Ich habe mich aber für den europäischen Weg entschieden, weil ich auch in Deutschland das Gefühl habe, dass ich da mehr beeinflussen kann. In Amerika muss man halt gucken, wie das läuft", sagt Brochlitz - eine geschickte Umschreibung dafür, dass in den Franchise-Klubs der WNBA die Spielerinnen kaum etwas zu sagen haben. 

Brochlitz könnte sich stattdessen für eine sportliche Zukunft in Spanien, Italien, Frankreich oder Schweden begeistern. "Ich habe noch viele Dinge, die ich an mir verbessern kann", stellt die Dresdnerin sachlich fest, die alle Nachwuchs-Nationalmannschaften durchlaufen hat. Die A-Nationalmannschaft bleibt ihr großes Ziel, ganz gleich, ob sie beim Highlight im September nun selbst auf dem Feld steht oder nicht. „Da", sagt Nicole selbstbewusst, "will ich hin." 

Der Weg in internationale Top-Ligen könnte auf diesem Weg helfen. Ausland: "Das will ich jeden Fall mal machen, um andere Kulturen und Basketball-Kulturen kennenzulernen. Spanien, Italien, Frankreich - da ist es aber sehr schwer, da reinzukommen auf meiner Position. Auf meiner Position gibt es sehr viele gute Spielerinnen", sagt sie. Diesen Sprung dennoch zu schaffen, wäre wohl ihr ganz persönliches sportliches Märchen. 

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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