Vor zehn Monaten war er in der deutschen Fechterszene noch ein Unbekannter. Jetzt ist Hendrik Kreysch deutscher Meister der Aktiven mit dem Degen und schreibt damit für den Dresdner Fechtclub tatsächlich ein Stück Sportgeschichte.
Nach 103 Jahren Abstinenz stellt der größte Fechtverein der Landeshauptstadt Dresden wieder einen deutschen Meister mit dieser Stoßwaffe. Zuletzt hatte Erwin Casmir diesen Titel 1923 für den größten Fechtklub der Stadt gewonnen. Zu DDR-Zeiten konnten Günther Keßler (BSG Motor Dresden-Ost/1952&1953) sowie Gisbert Nelke (SC Einheit/1959&1960) Meisterehren mit dem Degen erringen.
Doch woher hat der Dresdner Fechtclub plötzlich einen derart starken Athleten, der sich mithin nun auch Chancen auf eine Olympia-Teilnahme 2028 machen kann? Kreysch stand im August vorigen Jahres plötzlich vor der Klubtür der modernen Zehn-Bahn-Anlage im Bauch des Heinz-Steyer-Stadion. „Das war schon eine Überraschung. Er hat sich ja gemeldet und gesagt, dass er Verwandtschaft aus Dresden hat und gefragt, ob er für uns starten kann“, erinnert sich Tina Neumann, Leiterin des Landesstützpunktes Stoßwaffen in Dresden.
