Diese Ehrung benötigte einen besonders langen Anlauf - und einen kleinen externen Anschub. Am Dienstagabend verewigten sich 16 Dresdner Olympiahelden in das repräsentative Goldene Buch der Landeshauptstadt. Mit knapp 50 Jahren Verspätung.
Denn beim entsprechenden Zeremoniell im passenderweise mit reichlich Gold verzierten Kronensaal auf Schloss Albrechtsberg verewigten die meisten der noch lebenden Medaillengewinner der Sommerspiele 1976 in Montreal und der Winterspiele 1976 in Innsbruck ihre Autogramme in das Schriftwerk, in das sich gemeinhin wichtige politische Besucher oder Einwohner der Landeshauptstadt für besonders herausragenden Leistungen eintragen dürfen.
Für einige herausragende Athleten kam dieser Termin auf Schloss Albrechtsberg zu spät - wie für die Dynamo-Legenden Hans-Jürgen Dörner (†/2022) und Reinhard Häfner (†/2016), die mit der DDR-Nationalmannschaft in Montreal Gold gewannen.
Insgesamt gewannen 23 Sportlerinnen und Sportler aus Dresdner Vereinen damals 26 Medaillen in elf Sportarten. Warum deren Eintrag in das seit 1949 geführte Goldene Buch der Stadt Dresden erst so spät erfolgt, lässt sich heute nicht mehr seriös nachvollziehen. Die dreifache Schwimm-Olympiasiegerin Ulrike Richter-Schmidt vermutet: "Wir haben damals sehr viele staatliche Auszeichnungen erhalten, vielleicht war das ausreichend."

