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Späte Ehrung für Dresdner Olympia-Helden von 1976

Späte Ehrung für Dresdner Olympia-Helden von 1976
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (l.) zeichnete die Olympia-Stars von 1976 aus. Darunter die Dynamo-Fußballer Gerd Heidler (vordere Reihe ganz r.) und Hartmut Schade (hintere Reihe, 3.v.l.) oder die dreifache Schwimm-Olympiasiegerin Ulrike Richter-Schmidt (mittlere Reihe, 2.v.l.). Foto: Jürgen Männel/LHD
Von: Alexander Hiller
Die Stadt Dresden nutzt die Auszeichnung der Sport- und Förderpreise und die Vergabe der Sportstipendien auf Schloss Albrechtsberg für eine seit 50 Jahren fällige Auszeichnung. Für die aktuellen Sportstars schüttet die Stadt eine Rekordsumme aus. Die schönsten Bilder der ungewöhnlichen Sportlerparty.

Diese Ehrung benötigte einen besonders langen Anlauf - und einen kleinen externen Anschub. Am Dienstagabend verewigten sich 16 Dresdner Olympiahelden in das repräsentative Goldene Buch der Landeshauptstadt. Mit knapp 50 Jahren Verspätung.

Denn beim entsprechenden Zeremoniell im passenderweise mit reichlich Gold verzierten Kronensaal auf Schloss Albrechtsberg verewigten die meisten der noch lebenden Medaillengewinner der Sommerspiele 1976 in Montreal und der Winterspiele 1976 in Innsbruck ihre Autogramme in das Schriftwerk, in das sich gemeinhin wichtige politische Besucher oder Einwohner der Landeshauptstadt für besonders herausragenden Leistungen eintragen dürfen.

Für einige herausragende Athleten kam dieser Termin auf Schloss Albrechtsberg zu spät - wie für die Dynamo-Legenden Hans-Jürgen Dörner (†/2022) und Reinhard Häfner (†/2016), die mit der DDR-Nationalmannschaft in Montreal Gold gewannen.

Insgesamt gewannen 23 Sportlerinnen und Sportler aus Dresdner Vereinen damals 26 Medaillen in elf Sportarten. Warum deren Eintrag in das seit 1949 geführte Goldene Buch der Stadt Dresden erst so spät erfolgt, lässt sich heute nicht mehr seriös nachvollziehen. Die dreifache Schwimm-Olympiasiegerin Ulrike Richter-Schmidt vermutet: "Wir haben damals sehr viele staatliche Auszeichnungen erhalten, vielleicht war das ausreichend."

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Hartmut Schade erinnert an verstorbene Legenden Dörner und Häfner

Die in Görlitz geborene frühere Weltklasse-Athletin hatte in Kanada für den SC Einheit Dresden über 100 und 200 Meter Rücken und mit der DDR-Lagenstaffel jeweils Gold gewonnen und wurde dafür mit dem "Vaterländischen Verdienstorden in Gold" ausgezeichnet, der damals mit 10.000 DDR-Mark vergütet wurde.

Die späte Ehrung geht freilich nicht auf eine Idee der Stadt zurück, wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert freimütig bekennt: "Die Initiative für die Jubiläumswürdigung ging von den ehemaligen Olympiasiegern Gerd Weber und Dieter Riedel aus, die den Oberbürgermeister auf das besondere Jubiläum aufmerksam machten", schrieb die Stadt in ihrer offiziellen Pressemitteilung.


Dynamo-Legende Hartmut Schade unterzeichnet im Goldenen Buch der Stadt, die Para-Eishockey-Spieler Bernhard Hering, Frank Rennhack und Christian Pilz (v.l.) präsentieren ihren Sonderpreis, Skeleton-Ass Axel Jungk freute sich über ein kleines Stück Gold und sechs Ruder-Recken vom ehemaligen SC Einheit Dresden wurden gekürt . (von oben links im Uhrzeigersinn). Fotos (4): Jürgen Männel/LHD

Die Olympia-Kicker von 1976 hatten sich vor knapp fünf Wochen in Rostock zum Jubiläum ihres 3:1-Finalerfolgs gegen Polen getroffen. "Anlässlich des Jubiläums hatte ich die Helden von damals eingeladen, damit sie gemeinsam mit uns die Preisträger von heute feiern - und sich - nach 50 Jahren ins Goldene Buch der Stadt eintragen", sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert bei der Zeremonie.

Außer den bereits erwähnten Dynamo-Ikonen standen mit Gerd Heidler, Hartmut Schade, Dieter Riedel und Gerd Weber weitere vier Dynamos im DDR-Kader. Der frühere Dynamo-Präsident Dieter Riedel weilte jedoch im Urlaub, Gerd Weber war die Anreise aus seiner Heimat im Schwarzwald dem Vernehmen nach zu stressig.

Hartmut Schade, damals der Jüngste im Kader, erinnerte bei der Ehrung auch an seine verstorbenen Kollegen Reinhard Häfner und Hans-Jürgen Dörner. „Das waren prägende Gestalten zu der damaligen Zeit. Ich habe mit Ehrfurcht auf die Jungs hochgeschaut, als ich als 18-Jähriger zur ersten Mannschaft gekommen bin. Ich hoffe, dass Sie das heute von oben mitbekommen haben. Wir haben für die beiden symbolisch im Goldenen Buch mitunterschrieben“, sagte er der Sächsischen Zeitung.

Ins Goldene Buch trugen sich des Weiteren ein: Die Ruderer Christine Hahn, Karin Ulbricht, Bianka Borrmann, Andrea Sredzki und Sabine Schubert, Gottfried Döhn, Dieter Wendisch, Andreas Schulz, Rüdiger Kunze, Walter Dießner und Johannes Thomas, die Schwimmerinnen Ulrike Richter-Schmidt und Birgit Treiber, sowie Gewichtheber Peter Wenzel und Eisschnellläuferin Andrea Ehrig.

Stadt fördert Sportstipendien mit Rekordsumme

Den Termin mit den Helden von eins verknüpfte die Stadt mit der Ehrung von derzeitigen Dresdner Sportstars und einer Reihe von Talenten und spannte damit einen Bogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Auf Schloss Albrechtsberg vergab am Dienstag insgesamt 15 Sportstipendien - und damit so viele wie noch nie zuvor. Diese Stipendien vergibt die Stadt seit 2016 - sie sind mit festen monatlichen Zuwendungen verbunden, deren Höhe und Laufzeit (mindestens ein Jahr, maximal 24 Monate) eine Jury festlegt. Die Maximalförderung ist jedoch auf 1000 Euro monatlich fixiert.


Fechterin Florentine Grund, Kanutin Nele Reinwardt und Skeleton-Pilotin Susanne Kreher (v.l.) bekommen über ihr Sportstipendium der Stadt Dresden künftig eine monatliche Förderung. Fotos (3): Jürgen Männel/LHD

Mit den Stipendien will Dresden erfolgreiche Athleten und die besten Sporttalente fester an die Stadt binden. Der Hauptwohnsitz in Dresden und das Startrecht für einen Dresdner Verein sind dafür feste Kriterien. Zudem sind die Teilnahme an internationalen Meisterschaften und eine Olympia-Perspektive wesentliche Voraussetzungen. Für die neuen Stipendiaten nimmt die Stadt 66.000 Euro in die Hand - und damit ebenfalls eine bislang noch nie ausgeschüttete Rekordsumme.

Neben den etablierten Weltklasse-Athleten wie Dreifach-Olympiasieger Tom Liebscher-Lucz, Hindernis-Ass Karl Bebendorf oder Skeleton-Pilot Axel Jungk erhielten auch herausragenden Nachwuchssportler wie Nele Reinwardt (Kanu), Felix Krones oder Nino Vogel (Bob) Stipendien. Die vollständige Liste finden sie hier.

Sonderehrungen wurden an Eisschnellläuferin Josephine Schlörb (Sportpreis), die Ruderin Selma Ritter (Förderpreis) sowie an die Paraeishockey-Spieler Frank Rennhack, Bernhard Hering und Christian Pilz (Sportpreis Handicapsport). Junioren-Kanuweltmeisterin Nele Reinwardt wurde zudem mit dem Sonderpreis der Jury für herausragende Nachwuchsleistungen vergeben. 

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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