Die Moritzburger Hengstparaden stellen jedes Jahr die Leistungsfähigkeit der Pferdezucht in Sachsen und Thüringen unter Beweis. «Die Sächsische Gestütsverwaltung ist weit mehr als ein Traditionsort - sie ist ein lebendes Kompetenzzentrum für Pferdezucht, Arterhalt und Berufsausbildung», sagte der sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) zum Auftakt des Spektakels der Deutschen Presse-Agentur. «Mit derzeit über 80 Zuchthengsten, diversen Deckstationen in Thüringen und Sachsen sowie einer aktiven EU-Besamungsstation, die Züchter aus ganz Europa erreicht, leisten wir einen unverzichtbaren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der sächsisch-thüringischen Landespferdezucht», betonte der Minister. Die Gestütsverwaltung zähle darüber hinaus zu den größten Ausbildungsbetrieben für den Beruf des Pferdewirts. «Ein klarer Standortvorteil, den wir sichern wollen.» «Besonders freut mich, dass wir auch in der anspruchsvollen Haushaltslage sichtbare Akzente setzen konnten. Mit der neuen hochmodernen Reithalle, die im August 2025 in Betrieb gegangen ist, haben wir eine Investition realisiert, die dem Gestüt für Leistungsprüfungen, Lehrgänge und Veranstaltungen zugute kommt», sagte von Breitenbuch. Die rund 27 Millionen Euro teure Halle war vor gut einem Jahr eingeweiht worden. Sie bietet mit einer Fläche von 4.200 Quadratmetern 824 Besuchern Platz. Derzeit werden die Räume der Verwaltung im Landgestüt Moritzburg saniert. Die Sächsische Gestütsverwaltung bleibt auch künftig eine klare Priorität, hieß es. Von Breitenbuch zufolge stehen die Hengstparaden seit mehr als 100 Jahren «für das Beste, was sächsische Pferdezucht zu bieten hat». Er lud alle Pferdefreunde ein, sich an den kommenden Wochenenden selbst davon zu überzeugen. Nach dem Auftakt am Samstag sind weitere Paraden am 13. und 19. September angesetzt. Nach Darstellung des Ministeriums leistet die Sächsische Gestütsverwaltung (SGV) auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt gefährdeter Pferderassen. Im Rahmen ihrer Erhaltungszuchten betreut sie derzeit 25 Hengste des Sächsisch-Thüringischen Schweren Warmbluts und acht Hengste des Rheinisch-Deutschen Kaltbluts. Damit verbindet die SGV den Schutz wertvoller genetischer Ressourcen mit einer züchterischen Weiterentwicklung und der praktischen Nutzung dieser Rassen, hieß es. «Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres haben 13 Jugendliche ihre Ausbildung zum Pferdewirt aufgenommen. Insgesamt werden damit 36 Auszubildende in den Fachrichtungen Haltung und Service sowie Klassische Reitausbildung betreut», teilte das Ministerium mit. Sie erwerben praktische Kenntnisse in der tiergerechten Haltung und Versorgung der Pferde, der Reit- und Fahrausbildung sowie in der Betreuung von Zuchtstuten, Jungpferden und Fohlen. Hengstparaden haben in Moritzburg eine lange Tradition. Am 15. September 1924 fand auf der offenen Fahr- und Reitbahn des damaligen Landstallamtes die erste Hengstschau mit etwa 400 Zuschauern statt. «Schon zu dieser Premiere wurde der gesamte Beschälerbestand in den entsprechenden Leistungsanforderungen unter dem Reiter, vor dem Wagen und an der Hand vorgestellt», heißt es auf der Website der Gestütsverwaltung. Die Veranstaltung habe enormen Zuspruch gefunden und sich schon bald bei Züchtern und Pferdefreunden zum festen Termin etabliert. Für Speis und Trank sei gesorgt, teilte die Verwaltung mit. Hunde sind auf dem Veranstaltungsgelände aber nicht erlaubt. Das Tierheim Gröbern bietet auf der Wiese gegenüber der Gaststätte Adams Gasthof bis eine Stunde nach Veranstaltungsschluss eine Betreuung der Hunde an. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenZüchter aus ganz Europa werden beliefert
Weitere Hengstparaden am 13. und 19. September
Gestütsverwaltung hat 36 junge Leute in der Ausbildung
Moritzburger Hengstparaden haben eine lange Tradition