Der Konflikt zwischen dem Deutschen Turner-Bund und dem Olympiastützpunkt Chemnitz wegen der Weiterbeschäftigung von Turn-Trainerin Gabriele Frehse spitzt sich weiter zu. Der DTB wies am Donnerstag die im Auftrag des Olympiastützpunktes erstellte Expertise zu den Missbrauchsfällen in Chemnitz zurück.
«Diese 'Expertise' wurde in Unkenntnis des Untersuchungsberichts der vom DTB beauftragten Rechtsanwaltskanzlei und auch darüber hinaus auf gänzlich unvollständiger Tatsachengrundlage erstellt. Sie ist nicht im Ansatz geeignet, die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung in Frage zu stellen», hieß es vom DTB. Erst recht sei diese Expertise nicht dazu geeignet, die Schilderungen der betroffenen Athletinnen in Zweifel zu ziehen.
Nach einer Untersuchung durch eine Frankfurter Kanzlei hatte der DTB «schwerwiegende Pflichtverletzungen» von Frehse festgestellt. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten der Trainerin vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse hat die Vorwürfe mehrfach bestritten.