Rico Bogen schnappte sich das Zielband und schrie seine Freude heraus. Am Triumph-Tag einer neuen deutschen Triathlon-Generation in Lahti gewann der 22 Jahre alte Leipziger völlig überraschend die Ironman-Weltmeisterschaft 70.3. Fünf Jahre nach dem Titelgewinn von Superstar Jan Frodeno sorgten Frederic Funk (26) und Jan Stratmann (28) für einen so nicht erwarteten Dreifach-Erfolg, der kurz vor dem Karriereende von Frodeno die Hoffnung auf weitere Erfolge für die Zeit nach dem 42-Jährigen schürte.
Als der Interviewer im Zielbereich, niemand Geringeres als Ex-Ironman-Champion Greg Welch, dem immer noch etwas ungläubigen Bogen eine gewisse Ähnlichkeit zu Frodeno attestierte, entgegnete der Sachse, der mit 1,90 Meter nur wenig kleiner als Frodeno ist: «Ich hoffe, dass er vielleicht zugeschaut hat.»
Reaktionen auf seine absolute Weltklasse-Leistung in einem Top-Feld, in dem Olympiasieger und Ironman-Champion Kristian Blummenfelt seinem strammen Renn- und Reiseprogramm Tribut zollen musste und keine Rolle spielte, gab es jedenfalls direkt. «Ich habe es euch gesagt: Dieser Kerl ist ein Biest», schrieb Patrick Lange, der andere deutsche Hawaii-Triumphator. Zweimal gewann er dort bereits. Irgendwann wird das auch Bogen mal schaffen wollen. Bange muss den Triathlon-Fans zumindest nach diesem Rennen beim Blick in die Zukunft nicht sein.