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Das sind Dresdens Sportler des Jahres 2025 und die Bilder dazu

Das sind Dresdens Sportler des Jahres 2025 und die Bilder dazu
Überraschung bei der Mannschaft des Jahres. Dynamo Dresden und die Eislöwen reihten sich hinter den DSC-Volleyballerinnen ein, die von Vorstandsboss Hubert Körner (mit Scheck) vertreten wurden.
Von: Alexander Hiller
Das Mannschafts-Voting sorgt für die größte Überraschung des Abends, die Dynamo-Trainer Thomas Stamm aber souverän für ein Plädoyer nutzt. Männersieger Karl Bebendorf berührt mit einer hoch emotionalen Geste die knapp 500 Gäste im Congress Center - und die feiern ebenfalls einen Trainer, der bereits entlassen wurde.

Das Multi-Event "Die Finals", das Endspiel um den German Bowl, City-Biathlon und zwei Aufstiegspartys, die die ganze Stadt begeistern: Das Sportjahr 2025 war für Dresden ein herausragendes, extrem emotionales, spannendes und eines mit deutschlandweiter Strahlkraft.

Die herausragenden Persönlichkeiten dieses außergewöhnlichen Sportjahres wurden am Samstagabend im Dresdner Congress Center vor knapp 500 Gästen aus Sport, Kultur, Politik und Wirtschaft gekürt. Dabei gab es durchaus die eine oder andere Überraschung, humorige Anekdoten und eine hochemotionale Geste. Die Sportler des Jahres werden in einem Online-Votum der Bevölkerung und einer Abstimmung einer Experten-Jury ermittelt, das Urteil der Experten fließt nur zu einem Drittel in die Gesamtentscheidung ein. Und das sind die Sieger, Platzierten und zusätzlich Ausgezeichneten. 

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Der Sportler des Jahres

Der Seriensieger ist entthront. Zuletzt entschied der dreifache Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher-Lucz diese Wertung neun Mal in Folge für sich. Nach einem fünften Rang bei der WM 2025 landete der 32-Jährige diesmal in der Dresdner Sportlerliste ebenfalls auf dem fünften Platz. Sein neuer Erbfolger schaffte das hochverdient. Hindernis-As Karl Bebendorf hat ein sportlich herausragendes und auf privater Ebene hoch emotionales Jahr hinter sich. 

Der 29-Jährige gewann im Rahmen der "Finals" den deutschen Meistertitel über 3000 Meter Hindernis in seinem "Wohnzimmer" im Steyer-Stadion, verbesserte den deutschen Rekord über die seltener gelaufenen 2000 Meter Hindernis, wurde Team-Europameister mit der deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft und ist nun zweitschnellster deutscher Hindernisläufer aller Zeiten. Deshalb verwies er beim Votum den Kanuten Tobias Hammer und Skeleton-Pilot Axel Jungk auf die Plätze. 


Karl Bebendorf (2.v.l.) wurde erstmals Dresdner Sportler des Jahres. Foto: Alexander Hiller

Aber Bebendorf erlebte dabei tiefe private Einschnitte, die er auch heute noch nicht verdaut hat. Seine Mutter verstarb nur wenige Tage nach seinem deutschen Meistertitel von Dresden nach langer, schwerer Krankheit. „Ich habe noch ein paar andere Sachen zu bekämpfen, die sich aufgrund des vergangenen Jahres ergeben haben. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis ich diese Hindernisse überwinde, aber eines ist gewiss: Ich habe es zu meiner Lebensaufgabe gemacht, nie aufzugeben“, machte er kein Hehl aus seinem aufgewühlten Seelenleben. 

Seinen Spenden-Scheck von 1000 Euro reichte er deshalb an diejenigen weiter, die seine Mama in deren letzten Tagen und Monaten einfühlsam begleiteten. „Ich möchte diesen Scheck an das Hospiz in Radebeul spenden, die wirklich unheimlich tolle Arbeit geleistet haben“, sagt Bebendorf, der im Vorjahr auch die Trennung von seiner langjährigen Partnerin Jil verkraften musste. 

Die Sportlerin des Jahres

Für die neue Dresdner Sportlerin des Jahres musste ihr langjähriger Trainer Jens Kühn auf die Bühne. Denn Rennkanutin Nele Reinwardt vom WSV "Am Blauen Wunder" weilt derzeit mit der deutschen Kanu-Nationalmannschaft in einem Trainingslager in Portugal. Und das gehört zur Ausnahmestellung der erst 19-Jährigen dazu.

"Sie hat sich aufgrund ihrer Leistungen diese Chance verdient und gute Chancen, den Sprung jetzt schon zu schaffen", sagte Kühn. Reinwardt hatte im Vorjahr bei der Junioren-Weltmeisterschaft innerhalb von nur 80 Minuten zunächst mit dem deutschen Kanu-Vierer Silber gewonnen und dann im Einer sogar den Titel. "Mit fünf Sekunden Vorsprung, das sind Welten", unterstrich Kühn. 


Ein generelles Problem der Gala: Nicht alle Sportler sind aufgrund von Wettbewerben oder Trainingslagern selbst anwesend. Jens Kühn (l.) nahm deshalb stellvertretend die Ehrung für Frauensiegerin Nele Reinwardt in Empfang. Auch DSC-Trainer Dirk Oehme (r.) vertrat die drittplatzierte Leni von Bonin. Nur Leichtathletin Vivienne Morgenstern stand als Zweite selbst auf der Bühne.

Vor wenigen Tagen wurde Reinwardt zudem vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zur "Eliteschülerin des Jahres" gekürt. Die Dresdnerin baut neben ihrer sportlichen Karriere gerade an ihrem Abitur am Sportgymnasium Dresden. Die Kanutin setzte sich im Voting vor Leichtathletin Vivienne Morgenstern und Schwimmerin Leni von Bonin (beide Dresdner SC) durch. 

Die Mannschaft des Jahres

Diese Abstimmung sorgte im Festsaal wohl für die größte Überraschung. Nicht etwa die Aufstiegshelden von Dynamo Dresden (17,34 Prozent der Stimmen) oder der Dresdner Eislöwen (20,15) setzten sich in der knappsten Abstimmung durch, sondern die Volleyballerinnen des Dresdner SC (20,18) - deutscher Pokalsieger und Supercupgewinner. Thomas Stamm, Trainer des von medialer Aufmerksamkeit verwöhnten Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden, nutzte das Podium am Abend vor der Keller-Partie gegen Preußen Münster für ein Plädoyer für die Vielfalt des Sport. „Ich freue mich, dass Fußball nicht immer nur an erster Stelle ist, weil wir ohnehin schon eine Bühne haben, die sehr außergewöhnlich ist”, betonte der Schweizer. 

Nachwuchssportler des Jahres

Ebenfalls etwas überraschend endete dieses Voting. Wasserspringerin Katharina Golbs vom Dresdner SC, mit erst 16 Jahren bereits deutsche Vizemeisterin im Turmspringen der Damen, setzte sich vor den Ruderern Felix Krones (USV TU Dresden) und Selma Ritter (Dresdner Ruderclub) durch, die bei Junioren-Weltmeisterschaften Silber und Bronze (Krones) und Gold (Ritter) gewonnen hatten.

Trainer des Jahres

Nur diese Entscheidung wird ausschließlich von der Expertenjury gefällt. Und die Wahl fiel auf Niklas Sundblad. Der Schwede hatte die Dresdner Eislöwen zum Titel in der DEL2 und damit zum ersten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte zum Sprung in die DEL geführt.


Niklas Sundblad wurde als historischer Aufstiegscoach der Dresdner Eislöwen zum Trainer des Jahres gekürt. Aufgrund der sportlich enttäuschenden DEL-Partien seiner Mannschaft wurde der Schwede aber im November 2025 von den Aufgaben als Cheftrainer in Dresden entbunden.

Sichtlich gerührt nahm der 52-Jährige seinen Preis persönlich entgegen. "Das ist das erste Mal, dass ich von einer Stadt so eine Auszeichnung bekomme. Eine große Ehre", sagte Sundblad auf Nachfrage. Der wurde allerdings aufgrund der sportlich enttäuschenden Auftritte seines Teams bereits Ende November 2025 von seinen Aufgaben als Cheftrainer der Eislöwen entbunden.

Weitere Sonderehrungen

Der mit 3000 Euro dotierte Nachwuchsförderpreis wurde an die Sportfreunde 01 Dresden-Nord übergeben. Der Mehrspartenklub verzeichnete im vergangenen Jahr aufgrund von modernen Ideen mit 42 Prozent den größten Mitgliederzuwachs in Dresden - vor allem im Nachwuchs.

Kanu-Trainer Jens Kühn (66), Erfolgscoach von der Dreifach-Olympiasieger Tom Liebscher-Lucz und der Olympiazweiten von Steffi Kriegerstein, wurde für sein Lebenswerk geehrt. Wie sein Trainerkollege Dietmar Jarosch. Der 73-jährige Leichtathletik-Trainer hatte zuletzt Hindernis-Ass Karl Bebendorf entscheidend geformt. Wasserpringerin Saskia Oettinghaus (27), Olympia-Siebente von Paris, wurde offiziell in die Sportlerrente verabschiedet. 

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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