Begleitet von rechten Gegenprotesten haben Hunderte Menschen in Döbeln den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Unter dem Motto «Bunte Flaggen gegen braune Politik» zogen sie in deutlichem Abstand zu einer Kundgebung rechtsextremer Gruppen durch die mittelsächsische Stadt. Die Polizei trennte die Lager und verhinderte ein direktes Aufeinandertreffen, es kam zu Sichtkontakt und Sprechchören, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig sagte. Es habe mehrere Anzeigen wegen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten gegeben. An dem Einsatz waren rund 180 Beamte beteiligt, auch von Bereitschaftspolizei und Bundespolizei.
Vor Beginn des Umzugs mit Regenbogenfahnen fanden Beamte eine übelriechende Flüssigkeit, vermutlich Buttersäure, wie die Polizei am Abend in ihrer Bilanz mitteilte. Es wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung erstattet. Ein Zusammenhang mit einer Fahrzeugkontrolle in der Nacht zuvor werde geprüft. Im Transporter des ursprünglich vorgesehenen Versammlungsleiters der rechten Gegendemonstration bemerkten die Beamten einen üblen Geruch, fanden aber keine Substanz.