Der Fischadler-Horst thront in gut 20 Metern Höhe auf dem Mast einer Stromleitung. An diesem Tag bekommt das streng geschützte Greifvogelpaar in Thierfeld Besuch: Ornithologen wollen seinen Nachwuchs beringen. Dabei erhalten Jungvögel eine individuelle Nummer, eine Art Personalausweis für Vögel. Wie viele Jungtiere das einzige Fischadlerpaar im Landkreis Zwickau erbrütet hat, ist noch unklar. Nun erklimmen Mitarbeiter des Netzbetreibers den Mast, um einen ersten Blick in den Adlerhorst zu werfen.
Fischadler sind in Sachsen wieder häufiger anzutreffen. Wurden 2013 noch 45 bis 55 Reviere gezählt, waren es im vergangenen Jahr 100 bis 110, informiert Karin Bernhardt, Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, auf dpa-Anfrage. Hinzu kämen Vögel, die auf dem Durchzug zeitweise in der Region zu beobachten seien. Doch sind die Brutreviere im Freistaat ungleich verteilt. Vor allem in wasserreicheren Regionen wie der Lausitz und Nordsachsen ist der mittelgroße Greifvogel zu Hause. Denn wie sein Name sagt, ernährt er sich ausschließlich von Fisch.