Nach erheblichen Einbußen im wichtigen Weihnachtsgeschäft bereiten viele Kunsthandwerker im Erzgebirge nun neue Produkte vor und hoffen auf gute Erlöse zu Ostern. Allerdings macht ihnen dabei die Absage der Frühjahrsmessen zu schaffen, auf denen sie sonst ihre Produkte dem Handel präsentieren und Aufträge mit nach Hause bringen. «Es wird weiter produziert und an Neuheiten gearbeitet», sagte der Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller, Frederic Günther, der Deutschen Presse-Agentur. Wegen des Lockdowns im Handel und Tourismus setzten die Betriebe verstärkt auf Verkäufe im Internet.
Er schätzt, dass der Umsatzrückgang im vergangenen Jahr bei etwa 20 Prozent liegt. Die Umfrage bei den Unternehmen sei aber noch nicht abgeschlossen. Und die einzelnen Betriebe seien unterschiedlich stark betroffen. Das bestätigt die Vorstandsvorsitzende der Seiffener Drechslergenossenschaft Dregeno, Juliane Kröner. Hersteller und Händler, die einen Großteil ihres Umsatzes auf Weihnachtsmärkten oder an Tourismus-Standorten machten, seien besonders betroffen. «Alle, die breiter aufgestellt waren, konnten wenigstens einen Teil der weggebrochenen Umsätze kompensieren», erläuterte sie. «Aber das ist nur bei wenigen der Fall und insofern die Lage prekär.»
Bei Wendt & Kühn hat die Corona-Pandemie die Produktion zwar erschwert: Um Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, wurde etwa auf Schichtarbeit umgestellt. Beim Umsatz gebe es aber nur eine minimale Abweichung zum Vorjahr, erklärte Unternehmenssprecher Thomas Rost. Der habe in den vergangenen Jahren zwischen 9,6 Millionen und 10 Millionen Euro gelegen.