Mit Empörung haben Politiker der Union auf die Ankündigung weiterer Charterflüge für gefährdete Menschen aus Afghanistan nach Deutschland reagiert. Sie wollen die Aufnahmen, die über Pakistan laufen, nach dem Regierungswechsel beenden.
«Der politische Anstand gebietet einer geschäftsführenden Bundesregierung, maßzuhalten und nicht noch das zu intensivieren, wofür die neue Bundesregierung bekanntermaßen genau nicht stehen wird», sagte Sachsens Innenminister, Armin Schuster (CDU), der Deutschen Presse-Agentur.
Dass Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) quasi in letzter Sekunde vor ihrem Abtritt derart weitreichende und «unsere Gesellschaft massiv polarisierende Aktionen im Akkord» nacheinander «durchziehen» wolle, sei «wirklich infam und vollkommen verbohrt», so Schuster.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagte dem Sender Welt TV: «Gut, da ist eine geschäftsführende Regierung im Amt. Wir können sie offenkundig nicht stoppen.» Es sei aber klar, sobald die neue Regierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) gebildet sei, «werden diese Flieger aus Afghanistan nicht mehr kommen». Merz soll, falls nach der CSU auch die CDU und die SPD dem Koalitionsvertrag zustimmen, am 6. Mai vom Bundestag zum Kanzler gewählt werden.