Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) sieht bei den Themen Wohnen, Innovation und Erhalt vorhandener Straßen- und Brückensubstanz klare Schwerpunkte ihres Ressorts. «Wir werden nur dann erfolgreich bleiben und noch besser werden, wenn wir auf die Strahlkraft von Innovationen setzen», sagte sie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Sachsen habe sich als «Land der Erfinder» einen Namen gemacht. Daran gelte es anzuknüpfen.
Mehr Ausbau und Erhalt statt Neubau
Bei knappen Kassen müsse der Fokus weniger auf Neubau, sondern auf Ausbau und Erhalt von Infrastruktur liegen, betonte Kraushaar. Allein bei Straßen habe es von 2013 bis 2022 einen Verlust des Anlagevermögens von rund 540 Millionen Euro gegeben - obwohl in dieser Zeit etwa 400 Millionen Euro in den Erhalt flossen. Das mache klar, dass auch in Sachsen der weitere Verschleiß nicht aufgehalten werden konnte. Der Teileinsturz der Dresdner Carolabrücke habe die Augen geöffnet.
«Der Brückenexperte Professor Steffen Marx hat es sinngemäß so ausgedrückt: Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Brücke zu nutzen: Entweder den Verkehr so lange rollen zu lassen, bis sie wegen Einsturzgefahr gesperrt werden muss, oder von Anfang an in ihre Erhaltung zu investieren und die Nutzungsdauer damit relevant zu verlängern», sagte Kraushaar. Auch im Privathaushalt schone man seine Güter. Genauso sollte es ein Staat mit der Infrastruktur halten.