Im Konflikt um Corona-Einschränkungen haben Bürger aus Großschönau im Zittauer Gebirge dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) den Rücken gestärkt. Am 10. Januar waren 30 aufgebrachte Corona-Leugner und Kritiker der Schutzmaßnahmen dort vor das Wohnhaus des Regierungschefs gezogen und hatten ihn zur Rede gestellt. Kretschmer ließ sich auf ein Gespräch ein und beendete es erst, als eine Frau einen Mundschutz in den Farben der Reichskriegsflagge überstreifte. In einer Petition bestärken nun Mitbewohner aus dem Ort den Regierungschef in seiner Arbeit. Bis Mittwoch schlossen sich 1872 Bürger an.
«Mit zunehmendem Unverständnis und wachsender Sorge stehen wir den Äußerungen und Aktionen jener Corona-Leugner und Querdenker gegenüber, die staatliche Regeln zur Eindämmung der Pandemie ablehnen und den gesellschaftlichen Frieden aufs Spiel setzen», heißt es in dem Schreiben. Man wolle nicht mehr schweigend hinnehmen, wie eine Minderheit sich lautstark Gehör verschaffe mit immer neuen verbalen Attacken, Demonstrationen und anderen Unternehmungen. Es sei gut, in einem Land zu leben, in dem der Schutz und die Erhaltung des Lebens oberste Priorität haben und auch betagte Bürger geschützt werden.