Einen Tag vor dem Gerichtstermin des Rettungsschiff-Kapitäns Claus-Peter Reisch in Malta hat die dortige Polizei die Beschlagnahmung des deutschen Rettungsschiffs «Lifeline» beantragt. Das berichtete das MDR-Magazin «exakt» am Sonntag unter Berufung auf die Gerichtsvorladung des deutschen Kapitäns. Darin werde das Schiff als Tatwerkzeug («corpus delicti») bezeichnet. Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline mit Sitz in Dresden liegt seit der Ankunft in Malta am vergangenen Mittwoch in einem abgesperrten Teil des Hafens fest und darf nicht mehr auslaufen.
Die «Lifeline» unternimmt seit 2017 Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer. Zuletzt hatte das Schiff rund 230 gerettete Flüchtlinge an Bord und kreuzte tagelang auf hoher See, weil kein Staat ihr einen Hafen zuweisen wollte.
Dem deutschen Kapitän wird vorgeworfen, mit einem nicht ordnungsgemäß registrierten Schiff und unerlaubt in maltesischem Hoheitsgebiet unterwegs gewesen zu sein. Er soll sich am Montag in Malta vor Gericht verantworten. Die «Lifeline» fährt unter niederländischer Flagge. Das Schiff ist nur im Register des Wassersportverbandes eingetragen.