Sachsen wird mit dem neuen Doppelhaushalt für 2023 und 2024 fast alle seine finanziellen Reserven aufbrauchen. «Durch Rücklagen kann planmäßig jedenfalls nichts mehr abgefangen werden», sagte Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) am Montag bei der Einbringung des Etats im Landtag. Er hätte sich deshalb etwas mehr Zurückhaltung bei den Ausgaben gewünscht, um so noch einen Notgroschen in petto zu haben. Der Minister appellierte an die Abgeordneten, die Haushaltsausgleichsrücklage schnellstmöglich wieder zu erhöhen, sobald die Lage es zulasse.
Eigentlich habe er gehofft, bei Einbringung des Haushaltes von der Überwindung der Corona-Krise und einem Aufschwung der Wirtschaft sprechen zu können. Beides sei aber im Moment leider fraglich. «Man kann derzeit wohl zu Recht sagen: Eine Krise jagt die nächste.» In den vergangenen drei Monaten hätten sich die Perspektiven deutlich verschlechtert. Ein Ende des Ukraine-Krieges sei nicht absehbar, alle Preise würden inzwischen auf breiter Front steigen. Bürger und Unternehmer seien erheblich verunsichert, zum Teil verängstigt.