Wegen hoher Zusatzkosten hoffen Sachsens Kurorte auf mehr finanzielle Unterstützung. Die 14 betroffenen Kommunen müssten regelmäßig Geld in die Hand nehmen, um ihren Kurort-Status und die damit verbundenen Prädikate zu erhalten, sagt Helfried Böhme, Geschäftsführer vom Sächsischen Heilbäderverband. Deswegen fordert er einen sogenannten Mehrlastenausgleich. «Wir kämpfen seit Jahren dafür.» Die jährliche Finanzspritze könnte Kommunen unterstützen, die durch das Prädikat «Kurort» eine besondere Belastung haben und für diese einen Ausgleich schaffen.
Nach einer Untersuchung des Heilbäderverbandes schätzt Böhme die Mehrbelastung für alle Kurorte in Sachsen pro Jahr auf rund 10 Millionen Euro. «Sie liegen oft im ländlichen Raum, müssen viele Auflagen erfüllen. Gutachten zu Lärm, Luft und Wasser bezahlen. Die Kureinrichtungen und Parks pflegen.» Nachbarbundesländer wie Thüringen oder Bayern böten seit Jahren Unterstützung in zweifacher Millionenhöhe. Eigentlich sei die Hilfe auch in Sachsen im jetzt auslaufenden Koalitionsvertrag verankert gewesen, erklärt Böhme. «Bisher sind wir an der Umsetzung und besonders der Finanzierung gescheitert.»