Seit Anfang der 1990er Jahre sind in die Sanierung von Görlitz etwa eine Milliarde Euro öffentliche und private Mittel geflossen. Diese Zahl nannte Bürgermeister Michael Wieler (parteilos), am Dienstag. «Es ist viel geschafft, doch 30 bis 40 Prozent der Bausubstanz wurden seit 1945 noch nicht gemacht. Da müssen wir jetzt agieren», sagte er. Anlass war eine Tagung der AG Historische Städte, die sich über erfolgreiche Sanierungsprojekte in der Neiße-Stadt informierte. Neben Görlitz sind dort Bamberg, Lübeck, Meißen, Regensburg oder auch Stralsund Mitglieder.
Größtes Görlitzer Sorgenkind ist laut Wieler die westliche Gründerzeit-Stadt, wo 50 Prozent des Gebäudebestands unsaniert seien. Hier müsse darüber diskutiert werden, ob die teurere Variante - Sicherung statt Abriss - vertretbar sei, wenn dadurch die Substanz erhalten bleibe. Schließlich lebe Görlitz auch von der Geschlossenheit denkmalgeschützter Bauten, wie die historische Altstadt zeige. Dort wurden seit der Wende fast alle Gebäude generalüberholt.