Dresden (dpa/sn) - Zum Aktionstag für Kindertagesstätten in Sachsen sind erneut Forderungen nach einer besseren Betreuung der Mädchen und Jungen laut geworden. «Die Erzieherinnen und Erzieher in Sachsen brauchen endlich mehr Zeit für unsere Kinder», erklärte Grünen-Politikerin Christin Melcher. Ihre Partei habe sich deshalb bereits im Mai für ein Kita-Moratorium ausgesprochen. Denn sinkende Kinderzahlen böten die Chance, die Betreuungsqualität in den Kitas weiter zu verbessern. In einem gemeinsamen Antrag von CDU, Grünen und SPD werde man die Fortschreibung der Landesmittel für die Kitas angehen: «Das ist ein wichtiges Signal für alle Kitas, Träger und Familien im Freistaat.»
Personelle Lücken in den Kitas sind täglich spürbar
«Der Aktionstag unterstreicht, wie hoch der Druck auf die Kitas und die Erzieherinnen und Erzieher ist. Nachdem es viele Jahre vor allem darum ging, ausreichend Kitaplätze zur Verfügung zu stellen, kann der Bedarf nun gedeckt werden. Dennoch ist die Betreuungsrelation in der Praxis oft nicht kindgerecht und die personellen Lücken tagtäglich spürbar», betonte Christin Melcher. Sachsen habe hervorragend ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen. «Nun gilt es, weiter in die Qualität der frühkindlichen Bildung zu investieren – die "demografische Rendite" muss zum pädagogischen Plus werden. Dafür ist das Moratorium der erste Schritt, weitere müssen folgen.»
Linke: Druck von der Straße ist weiter nötig
Nach Auffassung von Linke-Politikerin Juliane Nagel ist weiter Druck von der Straße nötig, um die Kitas langfristig zu sichern. «Es ist sehr wichtig, dass Eltern, das Kita-Personal und viele weitere Personen öffentlich dafür eintreten, die Kitas zu sichern und das Personal zu halten.» Man habe die Koalition von Ministerpräsident Michael Kretschmer mit dem Linke-Antrag erfolgreich unter Druck gesetzt, ein solches Kita-Moratorium zu verabschieden. Allerdings sollen die Landeszuschüsse nicht nur in der nächsten Zukunft stabil bleiben. Auch eine neue Koalition dürfe bei den Kindertagesstätten nicht kürzen. Sachsen müsse seine Zuschüsse halten und mittelfristig erhöhen. Weder die Kommunen noch die Eltern dürfen zusätzlich belastet werden.