In Sachsen gibt es nach Ansicht des Flüchtlingsrates ausreichend Platz zur Aufnahme von Menschen in Not. Ressentiments in der Bevölkerung und Teilen der Lokalpolitik würden diesen Raum jedoch künstlich verengen, sagte Vereinssprecher Dave Schmidtke am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Erstaufnahmeeinrichtungen seien aktuell zur Hälfte ausgelastet, die meisten Menschen aus der Ukraine privat untergebracht. «Absolut verwerflich ist es daher, die «Boot-ist-voll-Rhetorik» der Rechtsextremen weiterzutragen. Damit werde grundlos Panik geschürt, Demonstrationen gegen Flüchtlinge erhielten so Zulauf.
Schmidtke bezog sich dabei auf Proteste gegen die Aufnahme von Flüchtlingen etwa in Kriebethal (Landkreis Mittelsachsen) und Laußig im Landkreis Nordsachsen. In Kriebethal sollen gerade einmal zwölf junge Flüchtlinge untergebracht werden, was bei gut einem Drittel der Bevölkerung auf Ablehnung stößt. «Der erneute Erfolg rassistischer Proteste entsteht auch, weil in den letzten Jahren in Sachsen häufig vor dem Druck von Rechtsaußen gekuscht wurde. Anstatt demokratischen Kräften den Rücken zu stärken oder über positive Effekte von Migration zu sprechen, wurde Verständnis für besorgte Bürger geäußert, die sich in ihrem Weltbild bestätigt sahen.»