Der sächsische Flüchtlingsrat hat erneut eine Abschiebung aus Sachsen kritisiert und spricht von einem «Skandal inhumaner Abschiebepraxis». Eine schwerkranke Mutter einer georgischen Familie sei von ihrem Mann und den beiden Kindern getrennt worden. Während die Frau in Deutschland blieb, seien Vater und Kinder Anfang der Woche aus Leipzig abgeschoben worden. Die zuständige Landesdirektion Sachsen teilte mit, dass der «Leitfaden zur Rückführungspraxis» eingehalten worden sei.
Nach Darstellung des Flüchtlingsrates leidet die Frau an einem Hirntumor und ist nicht reisefähig. Am späten Montagabend habe die Polizei die Familie in einer Gemeinschaftsunterkunft in Leipzig aufgesucht. Dabei sei entschieden worden, die Mutter ins Krankenhaus zu bringen und den Vater und die sechs und zehn Jahre alten Kinder abzuschieben. Die Familie habe seit drei Jahren in Deutschland gelebt. Alle hätten Deutsch gelernt oder seien dabei gewesen.