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Von Lissabon bis Prag: EU will Wohnungsnot in touristischen Städten bekämpfen

Von Lissabon bis Prag: EU will Wohnungsnot in touristischen Städten bekämpfen
Symbolbild Prag / pixabay Felix-Mittermeier
Die EU hat einen Wohnbezahlbarkeitsplan vorgestellt, der Kommunen helfen soll, Kurzzeitvermietungen in touristisch stark belasteten Stadtteilen einzuschränken. Airbnb kritisiert den Entwurf als regulatorisch unklar und wirkungslos.

Die Europäische Kommission hat einen Plan zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum vorgestellt, der Städten mehr Handhabe gegen die Verdrängung von Dauermietern durch Kurzzeitvermietungen geben soll. „Fehlender erschwinglicher Wohnraum ist ein dringendes Anliegen so vieler europäischer Bürgerinnen und Bürger", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die neuen Regeln sollen lokalen Behörden helfen, sogenannte „Gebiete unter Wohnraumstress" nach einer einheitlichen Methodik zu identifizieren und dort gezielt einzugreifen.

Der Handlungsbedarf ist laut aktuellen Eurobarometer-Daten erheblich: 50 Prozent der Stadtbewohnerinnen und -bewohner in der EU sehen Wohnen als dringendes persönliches Problem. Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Immobilienpreise um 64,9 Prozent, die Mieten um 21,8 Prozent – deutlich schneller als die Einkommen. Vierzig Prozent des Haushaltseinkommens fließen im EU-Schnitt in die Miete. Mittelschichtfamilien können in vielen Städten weder kaufen noch mieten, erfüllen aber gleichzeitig nicht die Voraussetzungen für Sozialwohnungen.

Kurzzeitvermietungsplattformen wie Airbnb machen zwar nur 1,2 Prozent des gesamten EU-Wohnungsbestands aus, in einigen Tourismushotspots können es jedoch bis zu 20 Prozent sein. In Städten wie Lissabon, Barcelona und Prag beklagen Bewohnerinnen und Bewohner seit Jahren, dass Plattformen wie Airbnb Wohnungen vom Langzeitmarkt nehmen und Preise in die Höhe treiben. Brüssel schätzt den jährlichen Neubaubedarf auf mehr als zwei Millionen Wohnungen.

Airbnb kritisiert den Entwurf. „Der Affordable Housing Act wird dem Langzeitmietmarkt keine einzige Wohnung hinzufügen, sondern lediglich regulatorische Unsicherheit für Gastgeber in europäischen Städten schaffen", erklärte das Unternehmen. Der Plan muss nun noch durch die EU-Gesetzgebungsverfahren und von den Mitgesetzgebern verhandelt werden, bevor er in Kraft treten kann.