Tierpark Meißen: „Man hat gleich viele Vorstellungen im Kopf“
Ein Bericht von Ostara Jasmin Hennig
Der erste Blick über das Gelände in Siebeneichen hat Timo Stephany sofort gepackt. „In erster Linie spannend“, sagt er über seinen ersten Tag als Tierparkleiter. „Man ist erst mal begeistert von dieser gigantischen Aussicht und hat gleich viele Vorstellungen im Kopf, was man hier verwirklichen kann.“
Diese Vorstellungen nehmen nun Gestalt an: Ende 2025 erteilten die Behörden nach einem über tausendseitigen Genehmigungsantrag grünes Licht. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll der Familientierpark Meißen seine Tore öffnen.
Was von früher übriggeblieben ist? Wenig konzeptionell, aber einiges baulich. Die drei alten Bestandsgebäude auf dem Gelände werden neu genutzt: als Hühner- und Kaninchenstall sowie als Gehege für die Berberaffen. Das ehemalige Stallgebäude wurde komplett saniert und dient jetzt als Mehrzweckgebäude mit Gastronomie, Aufenthaltsräumen, Sanitäranlagen und einem großen Raum für Besucher und Terrarien. „Vom alten Konzept direkt wüsste ich nichts, was da noch übernommen wurde“, sagt Stephany.
Kein Warmhaus, keine Exoten
Was den Park von einem klassischen Zoo unterscheiden soll? Vor allem das pädagogische Konzept und die Familienfreundlichkeit. Ein großer Spielplatz soll entstehen, „einzigartig in der Region Meißen“, so Stephany. Dazu kommen geführte Schulungen für Kindergarten- und Schulgruppen, eine hochwertige Artenschutz- Beschilderung und kommentierte Fütterungen, bei denen Tierpfleger direkt über bedrohte Tierarten informieren. Die Terrasse mit Ausblick über das Elbtal soll das Gesamtbild abrunden.
| Tierparkchef Timo Stephany. |
Artenschutz, der über das Zeigen hinausgeht
Das Team steht: Eine Leitungsstelle, mehrere Tierpflegerstellen sowie eine Ausbildungsstelle sind vorgesehen; und, nach Angaben Stephanys bereits besetzt. Die Städtischen Dienste Meißen (SDM) tragen als kommunale GmbH den Betrieb, unterstützt durch einen jährlichen städtischen Zuschuss. Ob dieser im Zweifelsfall ausreicht? Stephany bleibt knapp: „Wir müssen eine gute Auslastung mit dementsprechenden Besucherzahlen erreichen.“ Was das konkret bedeutet, wenn die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben, lässt er offen.
Fünf Jahre, viele Baustellen
In fünf Jahren, hofft Stephany, sollen steigende Besucherzahlen, Stammgäste und abgeschlossene weitere Baumaßnahmen das Bild prägen. Und was treibt ihn an?
„Ich mag dieses Gesamtplanerische sehr gerne – dass man hier sehr viel mitgestalten kann.“ Was ihn nachts nicht schlafen lässt? Er sagt lachend: „Das ist kein Problem. Ich schlafe gut.“
Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts "Bürger machen Journalismus" entstanden.
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