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Schatten-Fell-Kinder. Warum ich für Streunerkatzen kämpfe

Foto: Ein kleines junges schwarz-weißes Kätzchen steht auf einem Holzboden und blickt in die Kamera.
Kätzchen Manuela in den Tagen ihrer versuchten Rettung. Foto: Kathleen Kurze
Von: Bürgerjournalismus in Sachsen
Seit zwei Jahren bin ich im Großenhainer Tierschutzverein tätig. Ich betreue kranke Katzen, oftmals auch Kitten. Das sind Babykatzen, oder Kätzchen. Ich bin sozusagen eine Intensivpflegestelle. In diesem Bericht schildere ich, was ich im März 2026 innerhalb von zehn Tagen erlebt habe.

Ein Bericht von Kathleen Kurze

18. März

Es ist ein trüber Mittwochnachmittag, als das Notruftelefon unseres regional arbeitenden Großenhainer Tierschutzvereins klingelt. Am Telefon ist die besorgte Finderin eines Kittens
(Kätzchen). Voller Sorge packe ich schnell die Box ein. Und los.

Vor Ort treffe ich auf eine völlig aufgelöste Leonie. Ich frage sie, was denn passiert ist. „Ich war am Sonntag mit meinem Freund unterwegs“, erzählt Leonie. „Wir haben auf der Mozartallee eine Katze gefunden, eingeklemmt unter einem Zaun.“ Sie habe noch bei Nachbarn geklingelt, auf der Suche nach dem Besitzer, erzählt Leonie weiter. Doch niemand schien die kleine Katze zu vermissen. 

Leonie sieht mich an und holt Luft. „Dann hat mein Freund die kleine Katze vorsichtig befreit. Wir machten uns auf den Nachhauseweg und die Katze lief uns hinterher. Wir wussten nicht, was wir tun sollten. Also nahmen wir sie mit nach Hause und gaben ihr Futter.“ Am nächsten Tag, erfahre ich, sind Leoni und ihr Freund zum Tierarzt gefahren. Der Tierarzt stellte fest, dass es sich um ein weibliches Kitten handelt und die kleine Maus auch noch Flöhe hat. Das Kitten bekam ein Floh- und Wurmmittel. „Am Dienstagnachmittag“, so Leonie, „kam ich von Arbeit und der Katze ging es gut. Abends fing die Katze an zu zittern und ich wusste nicht, was ich machen sollte.“

Ich finde vor Ort ein sehr kleines, agiles Kitten vor, was mich mauzend ohne Angst begrüßt. Es stellt sich schnell heraus, dass nicht nur der Anfall und die Flöhe im Fell das Problem sind. Die Katze hat auch noch einen auffälligen Gang.  Für ihr vermutliches Alter von sechs Monaten wirkt sie auch sehr unterentwickelt.

Völlig unter Tränen und emotional aufgelöst packt Leonie mit mir zusammen die Streunerkatze. Ich nehme sie mit auf die Pflegestelle, um sie am nächsten Tag bei einem weiteren Checkup bei unserer Tierärztin vorzustellen. Auf der Pflegestelle angekommen, bekommt das kleine namenlose Kitten einen Namen: Manuela.

19. März


Der Tierarztbesuch am nächsten Tag bringt die traurige Erkenntnis, dass das Kitten nicht nur extrem unterentwickelt, dehydriert und voller Flöhe ist, sondern auch eine neurologische Störung hat. Ich rufe Leonie an und teile ihr diese schlimme Nachricht mit. Auch mit Manuelas Einschränkungen wollen sich die beiden Finder um ihr Findelkind kümmern und warten. Die kleine Manuela tobt nun fröhlich durch die Pflegestelle, fühlt sich wohl, ist kaum zu bändigen. Kuschelt mit allem und jedem, ob Hund, Katze oder Mensch. Angst kennt sie nicht. Nur das Katzenklo mag sie nicht. Verliert, wahrscheinlich neurologisch bedingt, ihren Stuhl. Die Hoffnung ist groß, dass Manuela groß und stark wird. Plötzlich wird Sie zunehmend apathisch, riecht aus dem Maul und wird immer ruhiger. Ich gebe Aufbaumittel, füttere sie.

28. März

Der nächste epileptische Anfall kommt. Auch wenn wir alles Menschenmögliche für das kleine Fell-Kind getan haben, verlieren wir es. Wir müssen Manuela über die Regenbogenbrücke gehen lassen. 

„Liebe Manuela, du hast den Weg über die Regenbogenbrücke in den warmen Händen eines Menschen gehen dürfen und musstest nicht auf der kalten Straße diesen Weg antreten!“
Deine Leonie



Info:
Großenhainer Tierschutzverein www.grossenhain-tierschutzverein.de 


Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts "Bürger machen Journalismus" entstanden.
Mehr Informationen zum Projekt - und wie auch Sie teilnehmen können - finden Sie unter: www.buergerjournalismus-sachsen.de

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