Ein neues Kunstwerk bereichert ab sofort den öffentlichen Raum in Meißen. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Die Bildhauerin Hanne Lange schuf das filigrane Porzellanwerk „Röhre", das an den Schlossstufen am Burgberg dauerhaft ausgestellt wird. Inspiriert wurde sie dabei von zwei ungewöhnlichen Meißner Kulturzeugnissen: dem mittelalterlichen System unterirdischer Holzröhren, das einst Wasser aus umliegenden Quellen in die Stadt beförderte, und dem für Meißen charakteristischen Porzellan. Noch heute markieren sogenannte Lochsteine im Stadtpflaster die Lage dieser historischen Leitungen.
Das dünnwandige, filigrane Objekt wirft bei aller ästhetischen Schönheit auch Fragen von globaler Relevanz auf – nach der Verfügbarkeit und dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. „Das Klischee von Tasse und Teller aufzubrechen, neue Sichtweisen auf das Material zu finden – das ist hier wunderbar gelungen", sagte Porzellandesigner Olaf Fieber.
Stadtarchitektin Katja Lamnek betonte die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum: „Meißen lebt von Kunst und Kreativität. Es ist eine besondere Freude, wenn sich Künstlerinnen und Künstler von Meißen inspirieren lassen und ihr Schaffen als Teil unserer städtischen Identität sichtbar wird." Kulturreferentin Sara Engelmann ergänzte: „Stadtraum sollte nie nur funktional sein, sondern Orte für Begegnung, Miteinander und Teilhabe bieten."