Ein Bericht von Ralf Nitsche
Aus dem Unternehmen gingen nicht nur bedeutende chemische Patente und Produkte hervor, sondern auch musikalische Traditionen. Eine besondere Rolle spielte dabei der Rechtsanwalt Dr. A. Schmidt, der bereits 1936 den „Friedrich-von-Heyden-Marsch“ komponierte. Dieser wurde am 3. Oktober 1936 von der damals 25 Mann starken Werkskapelle uraufgeführt; und da bestand das Orchester schon einige Zeit.
Das älteste Mitglied der Werkskapelle, Herbert Winde, der Ende April seinen 88. Geburtstag feierte, erinnert sich:
Ich war schon als Jugendlicher musikalisch interessiert. Hausmusik hatte nicht nur in unserer Familie einen hohen Stellenwert. Es wurde viel gesungen, und vorhandene Instrumente wurden intensiv genutzt. So meldete mich meine Mutter, als ich 9 Jahre war, zum Geigenunterricht an. Immerhin 5 Mark musste man für eine Unterrichtsstunde zahlen.
Als ich 1960 dann als Lehrmeister an der zum Chemiewerk gehörenden Berufsschule begann, erfuhr der damalige Orchesterleiter von meiner Musikalität. Ich konnte ja bereits etwas Geige spielen. Eines Tages kam er zu mir und sagte nur: „Nächsten Donnerstag ist 17 Uhr Probe.“ Und plötzlich war ich Orchestermitglied – denn gemeinsames Musizieren macht einfach mehr Freude.

