Das klingt bitter, was die Grüne Kreisrätin Eva Oehmichen aus Radebeul da gepostet hat. "Offensichtlich gibt es im Kreistag Meißen keine demokratische Mehrheit mehr." Und ihr Fraktionskollege Sören Skalicks ergänzt: "Eine Brandmauer ist hier nicht mehr existent." Noch schärfer sieht es der sächsische Linkenchef Stefan Hartmann: "Diese Offenheit nach rechts-außen bleibt im Landkreis nicht ohne Folgen: Zivilgesellschaftliche Akteure, wie Buntes Meißen leiden unter regelmäßigen Angriffen. Drohbriefe, Brandanschläge und Hundekot vor dem Büro sind nur eine Auswahl." AfD-geführte Mehrheiten im Stadtrat würden Fördermittel für Vereine streichen, die sich für Demokratie und Menschlichkeit engagieren. Hartmann bezeichnet die AfD als "faschistisch".
Was ist passiert? Der Meißner Kreistag hat am Abend des 21. November mit einer Mehrheit von 46 Stimmen die AfD-Kreisrätin Angelika Meyer-Overheu zur stellvertretenden Landrätin gewählt. 79 Stimmen wurden abgegeben, weitere fünf waren ungültig. Die AfD selbst hat 27 Sitze, die CDU 25, SPD/Grüne/Linke 12, FDP 10, BSW 9 und Freie Sachsen 3. Gegenkandidatin war die erfahrene Lommatzscher Bürgermeisterin und Sachsens FDP-Vorsitzende Anita Maaß. Sie erhielt keine Mehrheit. Der Meißner Pfarrer Bernd Oehler dazu: "Eine so erfahrene und weitsichtige Kandidatin wie Dr. Anita Maaß abzuwählen, ist der Verantwortung des Kreistages unwürdig." Die AfD gratulierte. An der Spitze der Bundesschatzmeister Carsten Hütter aus Riesa.