Ein Feature von Jutta Wolff
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Nach seiner Entlassung suchte Enrico die für ihn nächstgelegene Suchtberatung auf. Gemeinsam mit der Beraterin, gingen sie die nun folgenden Schritte durch, die ihm helfen sollen, abstinent zu bleiben und seinen Führerschein wieder zu bekommen. Da ihm in nächster Zeit eine Knie-OP bevorstand, konnte er sich noch nicht für eine stationäre Langzeittherapie anmelden. Dennoch oder gerade auch deshalb, sollte er engmaschig betreut werden und sich einer Selbsthilfe-Gruppe anschließen. Zudem hatte er einige Termine bei der Agentur für Arbeit und sonstigen Behörden.
„Mein anfänglicher Enthusiasmus wurde durch die Realität schnell wieder ausgebremst“, meinte Enrico enttäuscht, „ ich wollte unbedingt alles schaffen und wirklich neu anfangen, aber plötzlich hatte ich das Problem der fehlenden Mobilität. In Kroppen kannst du wirklich schön und ruhig wohnen. Aber wehe, du willst das Dorf verlassen und hast kein Fahrzeug, beziehungsweise Führerschein.“
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Um irgendwie aus diesem Dorf zu kommen, muss er mit dem Bus nach Ortrand, um dort mit dem Zug weiterzufahren. Der Bus fährt nur Montag bis Freitag, am Wochenende bleibt man schließlich in Kroppen. Die meisten Linien werden auch nur in der Schulzeit bedient. In den Ferien ist es ganz schwer den Ort zu verlassen. Abends geht der letzte Bus gegen 19 Uhr zurück.
Die Selbsthilfegruppe, in die er gehen möchte, ist in Großenhain. Während seiner Entwöhnung in Radebeul hatte sich diese Gruppe unter anderem in der Klinik vorgestellt und er befand diese als für ihn passend. Start ist um 18 Uhr, meist dauert das bis 20 Uhr. Theoretisch unmöglich, für Enrico hin- und zurückzukommen! Aber er hat Glück, seine Eltern wohnen in Großenhain, sodass er mittwochs jetzt immer bei seinen Eltern übernachtet, um zur Selbsthilfegruppe gehen zu können.
Durch die wöchentliche Übernachtung, wurde das Verhältnis zum Vater sehr angespannt und Enrico beschloss die Selbsthilfegruppe 2-wöchig zu besuchen, um den Frieden zu bewahren. Zur psychologischen Beratung wegen der Vorbereitung zur MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) muss er nach Dresden, das gestaltet sich zuweilen schon sehr schwierig.



