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Freibergs OB Preißler weiter abgetaucht: Fragen zu Bluttest und möglicher Abwahl

Freibergs OB Preißler weiter abgetaucht: Fragen zu Bluttest und möglicher Abwahl
Wegen OB Preißler: Freiberg steht unter Druck. Foto: Stadt Freiberg
Von: Meißen News
Seit dem Leipziger Polizeieinsatz ist Freibergs Oberbürgermeister nicht erreichbar. Der Bluttest bleibt ungeklärt, politisch wächst der Druck – auch wegen Mobbing‑Vorwürfen.

Ein Bericht Ulf Mallek

In der Affäre um Freibergs Oberbürgermeister Philipp Preißler verschärft sich die Lage weiter. Seit dem Polizeieinsatz am 6. August in einem Leipziger Hotel ist Preißler für Behörden und politische Verantwortungsträger nicht erreichbar. Nach Angaben aus Verwaltungskreisen bestehen seit Tagen keinerlei Kontakte – weder telefonisch noch schriftlich.

Die Polizeidirektion Leipzig hatte am Montag gegenüber der Freien Presse bestätigt, dass eine richterlich angeordnete Blutentnahme durchgeführt wurde. Zu den Ergebnissen äußert sich die Polizei weiterhin nicht. Auch die Frage, ob Alkohol oder Drogen eine Rolle spielten, bleibt unbeantwortet. Die Ermittlungen laufen wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Politisch wächst der Druck. Mehrere Fraktionen im Freiberger Stadtrat fordern Transparenz, eine Fraktion sogar Neuwahlen. Ein vorläufiges Dienstverbot gegen ihn wurde ausgesprochen. Die Verwaltung wird derzeit von Bürgermeister Martin Seltmann geführt.

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Nach der Sächsischen Gemeindeordnung gibt es die Möglichkeit einer Abwahl durch einen Bürgerentscheid. Dafür sind hohe Quoren nötig, und der Prozess dauert lange. Realistischer ist eine Amtsenthebung durch die Rechtsaufsicht (Landkreis). Dies ist der realistischste Weg, wenn ein OB dienstunfähig, untragbar oder rechtlich nicht mehr haltbar ist. 

Aus dem politischen Umfeld Preißlers werden inzwischen unter der Hand Mobbing‑Vorwürfe laut. Nach Angaben mehrerer Beteiligter soll es über Monate hinweg Konflikte, Druck und persönliche Anfeindungen gegeben haben. Offizielle Stellungnahmen liegen dazu bislang nicht vor. Die Vorwürfe sind nicht bestätigt, spielen aber in der politischen Debatte eine zunehmende Rolle.

Landrat Sven Krüger betonte im Interview, er mache sich „Sorgen um den Menschen Preißler“, gleichzeitig müsse die Stadt handlungsfähig bleiben. Eine rechtliche Expertise zum Beamtenstatus des Oberbürgermeisters liegt dem Landkreis inzwischen vor; Ergebnisse wurden noch nicht veröffentlicht.

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