Amethyst, Karniol, Lapis Lazuli: In einer besonderen Ausstellung im Dresdner Grünen Gewölbe sind bis Anfang Oktober edle heimische und ausländische Steine versammelt - als Proben sowie zu oder in Kunstwerken verarbeitet. Die Ausstellung werfe Licht auf eine Person, die trotz faszinierender Karriere in sächsischen Diensten «ein Phantom ist und bisher im Schatten stand», sagte der Direktor des Museums, Marius Winzeler, am Donnerstag vor der Eröffnung. Im Mittelpunkt stehe das «Taddel’sche Steinkabinett» aus dem 18. Jahrhundert, eine Sammlung polierter Gesteinsproben des Goldschmieds und Inspektors der königlich-fürstlichen Schatzkammer, Heinrich Taddel (1715-1794) - von den einst 214 geschliffenen Tafeln sind 184 erhalten.
Die mit «... die Schönheit der ganzen Welt» betitelte Schau ist Teil des Jubiläumsprogramms zur Einrichtung der königlich-fürstlichen Schatzkammer vor 300 Jahren. Im Vorfeld haben Restauratoren und Kunsthistoriker des Museums zusammen mit Mineralogen der TU Bergakademie Freiberg Herkunft und Zuordnung der Steine untersucht und sie mit Material aus anderen historischen Beständen verglichen. «Viele konnten neu bestimmt werden», sagte Kurator Ulf Kempe. Dazu gehören auch geschnittene, in oder zu Kunstobjekten wie Schalen, Dosen oder Tischaufsätze verarbeitete Edel- und Halbedelsteine aus dem Pretiosensaal im historischen Teil des Museums.