Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Kultur

Schrank voll edler Steine: Schau im Dresdner Grünen Gewölbe

Schrank voll edler Steine: Schau im Dresdner Grünen Gewölbe
Ein Besucher schaut sich im Silbervergoldeten Zimmer des Historischen Grünen Gewölbes im Residenzschloss um. / Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Von: DieSachsen News

Amethyst, Karniol, Lapis Lazuli: In einer besonderen Ausstellung im Dresdner Grünen Gewölbe sind bis Anfang Oktober edle heimische und ausländische Steine versammelt - als Proben sowie zu oder in Kunstwerken verarbeitet. Die Ausstellung werfe Licht auf eine Person, die trotz faszinierender Karriere in sächsischen Diensten «ein Phantom ist und bisher im Schatten stand», sagte der Direktor des Museums, Marius Winzeler, am Donnerstag vor der Eröffnung. Im Mittelpunkt stehe das «Taddel’sche Steinkabinett» aus dem 18. Jahrhundert, eine Sammlung polierter Gesteinsproben des Goldschmieds und Inspektors der königlich-fürstlichen Schatzkammer, Heinrich Taddel (1715-1794) - von den einst 214 geschliffenen Tafeln sind 184 erhalten.

Die mit «... die Schönheit der ganzen Welt» betitelte Schau ist Teil des Jubiläumsprogramms zur Einrichtung der königlich-fürstlichen Schatzkammer vor 300 Jahren. Im Vorfeld haben Restauratoren und Kunsthistoriker des Museums zusammen mit Mineralogen der TU Bergakademie Freiberg Herkunft und Zuordnung der Steine untersucht und sie mit Material aus anderen historischen Beständen verglichen. «Viele konnten neu bestimmt werden», sagte Kurator Ulf Kempe. Dazu gehören auch geschnittene, in oder zu Kunstobjekten wie Schalen, Dosen oder Tischaufsätze verarbeitete Edel- und Halbedelsteine aus dem Pretiosensaal im historischen Teil des Museums.

Mehr aus dieser Kategorie

Auch alte Quellen und Begriffe wurden korrigiert, wie Grüne Gewölbe-Restaurator Michael Wagner berichtete. Taddel hatte das kurfürstliche Privileg zum Schürfen, aber auch Jaspis aus Bayreuth, Böhmen, Südbaden, Sibirien oder Lapis Lazuli vom Hindukusch aus Afghanistan. Zu sehen ist zudem Vergessenes wie Gnandsteiner Bandjaspis, Chemnitzer Carniol-Bruch oder tiefroter Jaspis vom Geisingberg aus dem an Vorkommen reichen Erzgebirge.

Viele seiner Gesteinsproben verarbeitete Hofjuwelier Johann Christian Neuber (1736-1808) in Kunstobjekten. Sie gelangten später in die Mineralogie-Sammlung der Bergakademie, in private Bestände und ins Dresdner Mineralienkabinett. Bisher unerforschte Objekte sind nun identifiziert und Stücke, die aus denselben Gesteinsproben geschnitten und gefertigt wurden, nach über 200 Jahren wieder zusammengeführt. So hat sich etwa herausgestellt, dass eine Tabatière (Schnupftabakdose) aus Stein statt einem Vorläufer des europäischen Porzellans ist, sagte Winzeler. «Das Material wurde immer als Böttgersteinzeug interpretiert, es ist aber aus einem Jaspis.»

Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Sachsen News
Artikel von

Sachsen News

Sachsen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media