Alphörner im Hochhausgebirge: Die Dresdner Sinfoniker halten in der Corona-Krise Abstand zu ihren Fans und sind dennoch weithin vernehmbar. Am 12. September will sich das Ensemble auf mehrere Hochhäuser im Stadtteil Dresden-Prohlis verteilen und ein Konzert mit Klängen aus der Bergwelt geben. «Sechzehn Alphörner, neun Trompeten, vier Tuben und vier chinesische Dà Gǔ-Trommeln füllen ein ganzes Wohnquartier mit Klang», verriet Intendant Markus Rindt. Das Publikum kann auf dem Parkdeck des Prohliser Einkaufszentrums Platz nehmen oder in den Straßen des Neubauviertels wandeln. Titel des Programmes: «Himmel über Prohlis».
Komponist Markus Lehmann-Horn hat eigens für das Konzert ein Werk geschrieben. Es soll wie die weiteren Stücke die engen Grenzen des klassischen Konzertsaals sprengen und Menschen zusammenbringen, sagte Rindt. Bereits am Vormittag spielen 33 Sinfoniker in kleineren Gruppen in den Innenhöfen des Wohnviertels und wollen den Anwohnern so Appetit auf das kostenlose Konzert am Nachmittag in luftiger Höhe machen. Immerhin spielen die Musiker in fast 50 Metern Höhe. Die Alphornisten sind auf vier Dächern postiert. Auf anderen liefern Trompeten und Tuben weitere Klangfarben dazu. Das Schlagwerk steht auf dem Parkdeck.