Ein mutiger Schritt mit schmerzhaften Konsequenzen. In der Redaktion von "Markus Lanz" entschied man sich für ein Experiment, das letzten Endes spektakulär scheiterte. Doch obwohl die Einladung des AfD-Politikers Steffen Kotré nicht das gewünschte Ergebnis erbrachte, darf man hoffen, dass diese Erfahrung eine wichtige Lehre für die Zukunft darstellt.
Markus Lanz hat sich im Laufe der Jahre als unerbittlicher Interviewer einen Namen gemacht, der seinen Gästen keine einfache Fahrt ermöglicht. Aber am Donnerstagabend wurde er, zusammen mit seiner Redaktion, Zeuge dessen, was passiert, wenn ein Gast nicht an einer offenen Diskussion interessiert ist.
Kotré, Energiepolitiker der AfD, schien weniger daran interessiert zu sein, eine konstruktive Debatte zu führen, als seine eigenen Thesen vorzutragen. Und trotz Lanz' hartnäckiger Bemühungen, ihn mit Fakten zu konfrontieren, gelang es dem AfD-Politiker, den Diskurs zu manipulieren und Zweifel an wissenschaftlich anerkannten Konsensen zu säen.
Es sollte klar sein, dass diese Art von Gast in einer Sendung, die auf Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit setzt, nicht funktioniert. Der große Verlierer war am Ende nicht nur Lanz selbst, sondern auch der Diskurs, der durch Kotrés Auftritt vergiftet wurde.